Neue Biokatalysatoren aus Pilzen für pharmazeutische und industrielle Anwendungen


Im Rahmen der populärwissenschaftlichen Vortragsreihe der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald referiert  Prof. Dr. Martin Hofrichter am Donnerstag, dem 7. Februar 2013 im Haus zur Wildnis über ein Thema, dass nicht nur die wissenschaftlichen Forscher von unbeeinflussten Waldentwicklungen interessiert, sondern zunehmende Bedeutung in der Industrie, ganz besonders Pharmazie erlangt.

Die moderne Biosystematik stellt das Pilzreich gleichberechtigt neben die Reiche der Pflanzen und Tiere. Es umfasst eine gewaltige Anzahl von Organismen, die weniger durch ihre Vielgestaltigkeit als vielmehr durch ihre Stoffwechselleistungen in Erscheinung treten. Hierzu zählen die alkoholische Gärung, die Bildung von Antibiotika (z.B. Penicilline) und anderen Wirkstoffen sowie die Zerlegung und das Recycling komplexer Naturstoffe wie Holz und Humus. Am Internationalen Hochschulinstitut (IHI) in Zittau beschäftigt man sich seit über zehn Jahren intensiv mit den Biokatalysatoren von saprotrophen Waldpilzen, d. h. ihren „Verdauungsenzymen“, die aktiv in die Umgebung ausgeschieden werden, um das Pflanzenmaterial in „mundgerechte Stücke“ zu zerlegen oder toxische Pflanzeninhaltsstoffe zu entgiften. Schwerpunkt bilden dabei Enzyme, die unter Verwendung von Wasserstoffperoxid organische Verbindungen oxidieren und spalten. Solche Biokatalysatoren werden bevorzugt von Ständerpilzen (Basidiomycota, „Schwammerl“) gebildet und haben in dieser Pilzgruppe eine enorme Diversität erreicht. Die in Zittau untersuchten Modellorganismen gehören zu den weitverbreiteten Gattungen der Ackerlinge, Tintlinge sowie Schwindlinge und sind nahe Verwandte des Champignons. Das biotechnologische und katalytische Potenzial ausgewählter Enzyme dieser Pilze wird derzeit in Zusammenarbeit mit dem welt‐weit führenden Hersteller von Enzymen, Novozymes A/S (Kopenhagen) und dem Pharmaunternehmen Sanofi S.A. (Frankfurt a.M.) untersucht. Ziel ist es, Pilzenzyme zukünftig im technischen Maßstab herzustellen und in industriellen Verfahren sowie in der Pharmaforschung einzusetzen.

Der öffentliche Vortrag im Haus zur Wildnis beginnt um 19:00 Uhr.

Der Eintritt ist frei.

Ein kostenloser Shuttlebus fährt ab 18:00 Uhr vom Parkplatz Haus zur Wildnis an der B 11 bei Ludwigsthal zum Haus zur Wildnis und nach der Veranstaltung wieder zurück.

Es ist diesmal auch möglich, einen kostenlosen Schuttlebustransfer vom Rachel-Lusengebiet ins Falkensteingebiet zu nutzen.
Der erste Bus startet am Hans-Eisenmann-Haus um 18:15 Uhr. Weitere Haltestellen: Spiegelau P+R 18:25 Uhr, Klingenbrunn Höhe Hotel Hochriegel 18:30 Uhr, Althütte Cafe Bergmann 18:35 Uhr, Frauenau Rathaus 18:40 Uhr, Haus zur Wildnis

Der zweite Bus startet in Grafenau Nationalparkverwaltung um 18:15 Uhr. Weitere Haltestellen: Waldgeschichtliches Museum St. Oswald 18:25 Uhr, weiter über Höhenbrunn, Reichenberg, Spiegelau zum Haus zur Wildnis.

Aufgrund der begrenzten Sitzplätze in den zwei Kleinbussen bitten wir um Anmeldung im Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald, täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr, Telefonnummer 08552 9748890.

Die zertifizierte Gastronomie im Haus zur Wildnis hat bis zum Veranstaltungsbeginn geöffnet.
Rainer Pöhlmann

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/veranstaltungen/index.htm

 

www.nationalpark-partner.com

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