Archiv für den Monat Februar 2013

Ein rätselhafter Bekannter: Der Buchdrucker

Im Rahmen der populärwissenschaftlichenVortragsreihe des Nationalparks Bayerischer Wald stellt Prof. Dr. ReinhardSchopf am Donnerstag, dem 7. März 2013 um 19:00 Uhr im Haus zur Wildnis die Ergebnissedes vor kurzem abgeschlossenen großen Borkenkäferprojektes im Nationalpark vor.

Der Buchdrucker, der großeFichtenborkenkäfer, ist ein nur 4‐5 mm kleiner brauner Winzling, aber er prägtmaßgeblich das Waldbild des Nationalparks Bayerischer Wald und hat aus diesemGrund jahrelang zu heftigen, emotionsgeladenen Diskussionen geführt. DerVortrag behandelt ausführlich die facettenreiche Lebensweise dieses Borkenkäfers. Altbekanntes wird durch neue Forschungsergebnisse ergänzt underweitert. Welche im Lebenszyklus verankerten Strategien erklären seinen Erfolg? Wie reagiert er auf die Umweltreize Temperatur und Licht? Warum überlebter den Winter auch im Gebirge? Wie findet und besiedelt er den Wirtsbaum? Inwelcher Weise profitiert er vom Klimawandel?

Diese und einige Fragen mehrwird Prof. Schopf in seinem Vortrag intensiv beleuchten. Die vorgestelltenErgebnisse wurden im Rahmen des Projektes “Borkenkäferdispersion in den NationalparkenBayerischer Wald und Berchtesgaden“ erarbeitet.

Der Eintritt ist frei.

Ein kostenloser Shuttlebusfährt ab 18:00 Uhr vom Parkplatz Haus zur Wildnis an der B 11 bei Ludwigsthalzum Haus zur Wildnis und nach der Veranstaltung wieder zurück.

Die zertifizierte Gastronomie im Haus zur Wildnis hat bis zum Veranstaltungsbeginn geöffnet.

Rainer Pöhlmann

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/veranstaltungen/index.htm
http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/nationalpark/index.htm

Nationalpark erleben

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Kinder führten erfolgreiches Schattentheater im Hans-Eisenmann-Haus auf

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Mit großem Eifer führten dieKinder mit selbständig erarbeiteten Figuren das Schattentheater zu der bekannten Geschichte „Es klopft bei Wanja in der Nacht“ auf.
Foto: Martina Oßner

In den Winterferien war es wieder soweit – im Hans-Eisenmann-Haus wurde ein bunt gemischtes Ferienprogrammfür Kinder angeboten. Die Kinder konnten im Rahmen des BastelprogrammsGeldbeutel aus Tetrapack und andere kunstvolle Sachen aus Müll herstellen oderbunte Masken für die diesjährige Faschingssaison gestalten.

Auch draußen in den Nationalparkwäldern war einiges geboten. Die Kinder durften mit Schneeschuhenbei Spielen und Geschichten den zauberhaften Winterwald erleben.

Ein besonderes Highlight warder Workshop „Schattentheater“ zu der bekannten Geschichte „Es klopft bei Wanjain der Nacht“ von Reinhard Michl und Tilde Michels. Hier galt es, alles was manfür ein Schattentheater braucht unter Anleitung aber selbstständig zuerarbeiten – von der Gestaltung der Figuren und der Möglichkeit, Geräusche miteinfachen Materialien nachzuahmen, bis zur Bewerbung, um möglichst vielPublikum für die Aufführung zu gewinnen, was auch gut gelang. Rund 30 Zuschauerkonnten nach der „Generalprobe“ bei der Premiere begrüßt werden. Sie belohntendie Kinder mit viel Applaus für ihr liebevoll gestaltetes Theater zu Wanja,Hase, Fuchs und Bär.

Auch in den Osterferien wirdwieder ein Programm angeboten werden. Das Programm und die genauen Terminewerden noch bekannt gegeben.

Rainer Pöhlmann

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/kinder_und_schulen/index.htm

Winterferien mit der ganzen Familie im Nationalpark

 

 

Kinder vom Winteraktionstag im Nationalpark begeistert

Viel Spaß hatten alle Beteiligten beim Winteraktionstag im Waldspielgelände bei Spiegelau

Viel Spaß hatten alle Beteiligten beim Winteraktionstag im Waldspielgelände bei Spiegelau

Waldspielgelände bot beste Kulisse bei leichtem Schneefall

Zu einem vollen Erfolg wurdeder Winteraktionstag, an dem eine Gruppe von Kindern zusammen mit zwei jungen Mitarbeiterndes Nationalparks Bayerischer Wald den Winterwald im Waldspielgelände inSpiegelau erkundeten.

Bei leichtem Schneefallwurden zwei Stunden lang abwechslungs- und lehrreiche Spiele und Aktionen rundum den Winter durchgeführt. So wurden beispielsweise die verschiedensten Formenvon Schneekristallen durch eine Lupe bewundert und die erfinderischenÜberwinterungsstrategien der Wildtiere vorgestellt. Dabei durften die Kindererproben, wo es im Winterwald am wärmsten bleibt, indem sie mit heißem Wassergefüllte Filmdöschen versteckten, um nach einiger Zeit deren Temperatur zumessen. Zur Stärkung gab es in gemütlicher Runde Tee und Kekse, und eine kurze aberspannende Wintergeschichte wurde vorgelesen.

Das Aufregendste gab es zumSchluss: bei Spiel und viel Spaß wurde die einzigartige Jagdstrategie derLuchse nachgeahmt.

Bevor alle Teilnehmer wiedervon ihren Eltern abgeholt wurden, waren sich die Kinder einig: Es war einschöner Nachmittag, der allen Beteiligten Spaß gemacht hat, und noch lange inErinnerung bleiben wird.

Für alle, die auch einmal aneinem derartigen Nachmittag teilnehmen möchten, findet jeden Freitag um 14:00Uhr eine ca. zweistündige Familienführung im Waldspielgelände statt. Die Kostenträgt die Nationalparkverwaltung. Eine Anmeldung bis spätestens einen Tagvorher bis 17:00 Uhr beim Nationalpark-Führungsservice unter 0700 00776655 istjedoch aus organisatorischen Gründen notwendig.

Rainer Pöhlmann

 

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/kinder_und_schulen/index.htm

Familienurlaub in Winter-Wunderland

Urlaub in der Wildnis mit Freunden und Partnern

titelUrlaub in unberührter Natur ist am schönsten mit der Familie, Freunden und bei dem passenden Partnern. In Zusammenarbeit mit Europarc Deutschland ist jetzt der neue Urlaubskatalog erschienen. Hotels, Pensionen, Bauernhöfe als Partner der Nationalparke bieten hier den perfekten Nationalpark Urlaub.
Jetzt ist es ganz einfach, seinen Lieblings – Nationalpark in Deutschland zu finden.

Auf geht’s zu neuen Erlebnisse in wilder Natur. Schauen Sie mal rein:

Reisekatalog der Partner Nationale Naturlandschaften.

Website: http://partner.nationale-naturlandschaften.de/

Unser Tipp für alle Nationalpark Freunde
Ihr Nationalpark Partner im Bayerischen Wald.

 

Schlittenzug, Sterz und andere Geschichten

Am kommenden Samstag, 23.02.2013findet im Rahmen dieser beliebten Sonderführungsreihe „Nationalpark aus ersterHand“ eine Führung mit dem Ranger Stefan Neuberger statt. Er erzählt bei einerWandertour zum Lindberger Schachten vom rauen Leben der Holzhauer imBayerischen Wald und ihren heutigen Aufgaben. In einer Hütte auf derSchachtenwies‘ wird eingeheizt und Brotzeit gemacht, dazu gibt es Geschichtenaus dem wilden Wald von einst und jetzt.

Treffpunkt für die ca. 4-5 Stunden dauernde, kostenlose Führung ist um 10:00 Uhr am Wanderparkplatz inBuchenau.

Aus organisatorischenGründen ist eine Anmeldung beim Nationalpark-Führungsservice erforderlich (Tel.:0700 00 77 66 55), die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Es handelt sich um einemittelschwere Tour mit Auf- und Abstiegen auf schmalen Pfaden.
Bei ausreichender Schneelage bringen Sie bitte Touren- oder Langlaufski mit.

Rainer Pöhlmann

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/wandern_und_erleben/index.htm

Grenzüberschreitende Skitour von Buchwald nach Fürstenhut

Am Samstag, dem 23. Februar findet im Rahmen der Sonderführungsreihe: Nationalpark aus erster Hand eine grenzüberschreitende Skiwanderung mit Jan Vančura statt. Der aus Tschechien stammende Nationalpark-Mitarbeiter möchte Interessierten bei dieser Wanderung die beiden Nationalparke näher bringen.

Vom LanglaufzentrumFinsterau aus geht es mit Skiern über die Grenze nach Buchwald und weiter nach Fürstenhut. Die wechselvolle Geschichte der Region wird genauso angesprochen wie die Besonderheiten des Naturraums. Zurück führt die Wanderung über den neuen Grenzübergang bei der Teufelsklause.

Treffpunkt zu der ca. fünf Stunden dauernden, kostenlosen Skiwanderung ist um 10:00 Uhr am Langlaufzentrum in Finsterau (am Parkautomaten auf dem Parkplatz). Eine Teilnahme ist nur mit Langlaufskiern möglich. Bitte bringen Sie eine Brotzeit mit, evtl. ist auch eine Einkehr in Fürstenhut möglich.

Eine Anmeldung unter 0700 0077 66 55 ist unbedingt erforderlich, Informationen zur Schneelage, etc. sind direkterhältlich bei Jan Vančura unter: 0151 155 981 39.

Die Teilnehmerzahl istbegrenzt.

Rainer Pöhlmann

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/aktuelles/index.htm

Winterurlaub beim Nationalpark Partner

Waldpilze – Schmerzmittel – Waschmittel

Eindrucksvoller Vortrag im Haus zur Wildnis über segensreiche Wirkung und Nutzung von Biokatalysatorenpilze

Wer bisher glaubte, Pilze sind zum Essen da – zumindest die „Schwammerl“ – wurde von Prof. Dr. Martin Hofrichter im Rahmen der beliebten wissenschaftlichen Vortragsreihe der Nationalparkverwaltung im Haus zur Wildnis eines Besseren belehrt.

Natürlich stritt auch der Professor an der Uni Dresden die kulinarischen Vorzüge von „Dobernigl“ und „Rehgoaß“ nicht ab. Seinem Team wird jedoch vornehmlich die Aufgabe gestellt, den bei weitem noch nicht erforschten Wesen weitere Geheimnisse zu entlocken und diese für uns Menschen nutzbringend einzusetzen. Wissenschaftlicher ausgedrückt heißt es: Neue Biokatalysatoren zu finden.

Mit diesem Thema „beschäftigte“ Prof. Hofrichter im Sinne des Wortes sein aufmerksam zuhörendes Publikum. Man hörte es förmlich knistern und rattern in den allmählich heißglühenden Köpfen, wo so manche Gehirnwindung Schlagworte wie „Protisten“, „Saprophyt“, „Mykorrhia“, „Oxidative Enzyme“, „Lignin“, „Protein“, „Peroxidase“ oder „enymatische Verbrennung“ aus der längst vergessenen Schulzeit in Erinnerung rief aber, „Hand aufs Herz, nicht immer auf die richtige Reihe brachte.“ Der verstohlene Blick im näheren Umfeld bestätigte: es gab noch mehr im Saal, die Molekularbiologie nicht als unbedingt lebensnotwendig in der Schule einwerteten.

Das war auch gar nicht notwendig, wie sich schnell herausstellte; denn der Hochschulprofessor  ging sein Thema systematisch, ja fast behutsam an. Dabei überraschte er sein Publikum mit Aussagen wie: Pilze bilden wie die Pflanzen und Tiere ein eigenes Reich, das insgesamt betrachtet, näher bei den Tieren als den Pflanzen angesiedelt ist. Es ist jedoch ein Riesenreich mit schier unzähligen Unterteilungen, Gruppen, Arten, Unterarten usw. Sie alle aber haben eines gemeinsam: sie absorbieren, sprich: verschlingen, saugen, verschlucken ihre Nahrung, bilden verschiedenartigste Zellen aus und vermehren und verbreiten sich mit Hilfe von Sporen. Das gilt für Steinpilze genauso wie für Schleimpilze.

Ihre besonderen Eigenschaften sich zunutze zu machen, ist Hauptaufgabe der Biotechnologie. Dazu zählen vornehmlich die einzigartigen Stoffwechselleistungen, insbesondere die alkoholische Gärung, die Bildung von Antibiotika (z.B. Penicilline) und anderen Wirkstoffen sowie die Zerlegung und das Recycling komplexer Naturstoffe wie Holz und Humus. Mit Hilfe von biologischen Agenzien (Mikroorganismen wie Bakterien, Algen und auch Pilzen) wird versucht, ein Ausgangsprodukt oder einen „schlechten Zustand“ in ein erzeugtes Produkt mit „besserem Zustand“ zu verwandeln. In der Praxis bedeutet dies: gegen Krankheiten aller Art Schmerz – oder Heilmittel zu erzeugen bzw. Reinigungsmittel wie Waschpulver zur Fleckentfernung oder auch Substanzen zur biologischen Klärung von Schmutzwasser herzustellen.

Das Leben und Wirken von Pilzen zu studieren, gibt dazu die entscheidenden Impulse. Die chemischen Prozesse zu kopieren und für die Industrie in eine wirtschaftliche Reife innerhalb eines finanzierbaren Rahmens zu transportieren, das ist Aufgabe der Biotechnologie. Methoden für Medizin, Land- und Forstwirtschaft oder Industrie zu entwickeln, nützt alleine nichts, es muss auch für den Nutzer bezahlbar sein!

Sie fragen jetzt: und was hat das mit dem Nationalpark zu tun?

Sehr viel, lautet die Antwort. Auch Prof. Dr. Hofrichter ist klar, dass wir heute bei weitem noch nicht alles über Pilze wissen, wie sie leben, was sie bewirken und auf welche Weise. Dazu muss man komplexe Vorgänge, z. B. den Zersetzungsprozess von Totholz ungestört erforschen können.

In Mitteleuropa, wo die Biotechnik bereits sehr fortgeschritten ist, gibt es aber kaum Flächen, wo ein unbeeinflusster Prozessschutz zugelassen wird. Der Nationalpark Bayerischer Wald mit seinen ehemaligen Totholzflächen in den Naturzonen bietet dazu reichlich Forschungsansätze. Der gegenwärtig ablaufende Verrottungsvorgang gibt tiefe Einblicke nicht nur in das „Uhrwerk“ des Ökosystems Wald, sondern stellt auch wertvolle Plattformen für die analytische Forschung zum Wohle der Menschheit.

Am Hochschulinstitut Zwickau der Uni Dresden, das auch gerne als Werkstatt europäischen Denkens genannt wird, laufen die Fäden auf der Suche nach weiteren Anwendungsverfahren umweltfreundlicher Biokatalysatoren für Pharmazie und Industrie zusammen. Pilze als lebende Lehr- und Anschauungsobjekte sind dabei unverzichtbar, das hat der Vortrag von Prof. Dr. Hofrichter eindrucksvoll gezeigt.

Rainer Pöhlmann

Foto: Hofrichter
Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/veranstaltungen/index.htm

Urlaub im Bayerischen Wald