Archiv für den Monat April 2014

Verlust von Bärennachwuchs im Nationalpark Bayerischer Wald – Zwei Jungbären vermutlich tot

Vermutlich hat nur ein Jungbär von ursprünglich drei im Tier-Freigelände des Nationalparks Bayerischer Wald überlebt – hier zu sehen mit seiner Mutter Luna

(Foto: NPV Bayerischer Wald / Rainer Simonis): Vermutlich hat nur ein Jungbär von ursprünglich drei im Tier-Freigelände des Nationalparks Bayerischer Wald überlebt – hier zu sehen mit seiner Mutter Luna

Von zwei der drei im Januar geborenen Jungbären im Nationalpark Bayerischer Wald fehlt seit rund einer Woche jedes Lebenszeichen: Ab dem 19. April 2014 wurde Bärenmutter Luna sowohl von den Verantwortlichen im Tier-Freigelände als auch von Besuchern nur noch in Begleitung eines Jungtieres gesichtet. Auch konnten aus der Höhle bei Abwesenheit der Mutter und des verbleibenden Jungbären keinerlei Geräusche festgestellt werden, die auf ein Überleben der beiden vermissten Jungtiere hindeuten. Aufgrund der Dauer seit der letzten Sichtung, den fehlenden Lauten aus dem Bau und Lunas Verhalten ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die beiden Jungen tot sind; die genauen Umstände ihres Verschwindens sind jedoch unbekannt.

„Grundsätzlich kommen bei uns im Gehege drei Todesursachen in Frage, die auch in der Natur für eine hohe Jungtiersterblichkeit sorgen“, erläutert der für die Tier-Freigelände zuständige Tierarzt Dr. Dennis Müller. „Die beiden Jungbären könnten an einer Infektion gestorben sein. Vielleicht hatte Luna auch nicht genug Milch für alle Jungen oder die kleinen Bären haben sich zu weit von der Mutter entfernt und wurden vom Vater getötet. Für alle drei Varianten haben wir jedoch keinerlei Hinweise“, so Müller weiter.

Seit den ersten Beobachtungen außerhalb der Geburtshöhle Ende März wirkten alle drei Jungbären gesund. Zudem war Mutter Luna regelmäßig in Höhlennähe gefüttert worden, um ihre Milchproduktion zu unterstützen und sicherzustellen, dass sie den Schutz der Höhle möglichst nicht verlassen muss. Außergewöhnliche Auseinandersetzung zwischen den beiden Elterntieren konnten nicht beobachtet werden. Vater Benny hielt den von Luna festgesetzten Sicherheitsabstand zu den Jungtieren von zwei bis drei Metern ein und begegnete seiner Familie mit Neugier, aber nie mit aggressivem Verhalten. Luna war dabei zuletzt sehr entspannt. Auch jetzt nach dem Verschwinden der beiden Jungtiere gibt es keine auffälligen Aggressionen zwischen den erwachsenen Bären oder aggressives Verhalten des Bärenvaters gegen das verbleibende Jungtier. Bärenmutter Luna kümmert sich weiterhin ruhig und in artgerechter Weise um ihr Junges.

„Den Verlust der beiden Jungtiere bedauern wir sehr – grade auch im Interesse unserer Besucher“, betont Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. „Natürlich interessiert uns, was mit den beiden kleinen Bären passiert ist. Deswegen möchten wir die vielen Besucher und Fotografen, die sich über das Osterwochenende am Bärengehege aufgehalten haben, bitten, uns über alle Beobachtungen zu informieren, die zu einer Rekonstruktion des Geschehens beitragen können“, so Leibl weiter. Hinweise können an die folgende E-Mail-Adresse geschickt werden: poststelle@npv-bw.bayern.de

Am 17. April waren zuletzt alle drei Jungbären gesehen worden. Am folgenden Tag waren weder die Mutter noch die Jungtiere zu beobachten, auch nicht bei der Fütterung, bei der die Mutter üblicherweise die Höhle in Begleitung ihrer Jungen verlässt. Dies könnte an der schlechten Witterung am Karfreitag mit Temperatursturz, Regen und Hagel gelegen haben.

Ab Ostersamstag war Mutter Luna bei Fütterungen an der Höhle aber auch bei Ausflügen in das Gehege nur noch in Begleitung des Jungtiers mit dem weißen Kragen zu sehen. Weder die zuständigen Tierpfleger, noch Tierarzt Müller oder die oft den ganzen Tag anwesenden Fotografen konnten die beiden anderen Jungtiere – das komplett braune und das mit dem weißen Nackenfleck – sichten. Eine genaue Inspektion des Geheges von außen ergab keinen Hinweis auf den Verbleib der beiden fehlenden Jungtiere oder andere Auffälligkeiten.

Nachforschungen im Gehege selbst sind zurzeit nicht möglich. „Solange die erwachsenen Bären nicht in den Stall gehen und eingesperrt werden können, können wir das Gehege nicht betreten und nachzuschauen, ob wir irgendwo tote Jungtiere finden. Dass sie in der Höhle liegen, ist aufgrund der strikte Höhlenhygiene der Bärin jedoch ausgesprochen unwahrscheinlich“, erklärt Dennis Müller.

„In den Tier-Freigeländen des Nationalparks ist es uns vom Grundsatz her wichtig, alle unsere Tiere in großen, möglichst naturnah gestalteten Landschaftsgehegen halten, damit sie möglichst viele ihrer natürlichen Verhaltensweisen ausleben können. Da unsere Bärenjungen in einer von den Bären selbst gegrabenen Höhle zur Welt gekommen sind und deren unmittelbares Umfeld bisher nicht verlassen haben, haben wir keine Möglichkeit, ein direktes Gesundheitsmonitoring für jedes Jungtier durchzuführen. Bestimmte Krankheitsanzeichen, beispielsweise Durchfälle, lassen sich daher, trotz intensiver Beobachtung, nur in seltenen Fällen feststellen und ein Eingreifen ist auch nur begrenzt möglich“, so Müller weiter. Aber auch in Zoos, in denen die Tiere direkt medizinisch überwacht werden können, könne die Sterblichkeit von Jungbären in den ersten Lebenswochen sehr hoch sein. „Mit einem Verlust von Jungtieren, wie wir ihn jetzt erlebt haben, ist also immer zu rechnen“, so der Tierarzt.

Trotz des Vorfalls ist ein Eingreifen im Bärengehege zum jetzigen Zeitpunkt weder möglich noch beabsichtigt, zumal bei dem verbleibenden Jungbären keine Krankheitsanzeichen zu beobachten sind. „Sollte eine mangelnde Versorgung mit Milch ursächlich für das Verschwinden der beiden Bären sein, steigt jetzt die Chance für das verbliebene Junge stark an, da Luna nur noch einen Jungbären versorgen muss“, kommentiert Müller abschließend.

Dass sich die beiden jetzt 11-jährigen Bären Luna und Benny fortpflanzen, war ursprünglich nicht vorgesehen, da Braunbärennachwuchs aufgrund der wenigen geeigneten Plätze in Zoos und Tierparks nur schwer zu vermitteln ist. Der Nationalpark Bayerischer Wald hatte sich nach der unverhofften Drillingsgeburt um den zukünftigen Verbleib der Jungbären gekümmert und bereits jetzt für alle drei mit hoher Wahrscheinlichkeit Vermittlung erreichen können: Zwei sollten in einen als vorbildlich geltenden ungarischen Zoo, einer in einen Wildpark im Fichtelgebirge gehen. Der jetzt verbliebene Jungbär wird später entweder an eine dieser Einrichtungen vermittelt oder bleibt im Tier-Freigelände des Nationalparks.

Bildunterschrift (Foto: NPV Bayerischer Wald / Rainer Simonis):

Vermutlich hat nur ein Jungbär von ursprünglich drei im Tier-Freigelände des Nationalparks Bayerischer Wald überlebt – hier zu sehen mit seiner Mutter Luna

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/nationalpark/index.htm

 

Musik, Kräuter, Steinzeit: Frühlingsfest im Haus zur Wildnis


Beim Frühlingsfest im Haus zur Wildnis erwartet die Besucher unter anderem zwei Sonderführungen zu steinzeitlicher Kunst mit der Urgeschichtlerin Ruth Hecker.Am Sonntag, den 27. April 2014 lädt das Haus zur Wildnis im Nationalparkzentrum Falkenstein ab 11 Uhr wieder zum alljährlichen Frühlingsfest ein. Neben jazzig beschwingter Musik in der Gastronomie erwarten die Besucher kostenlose Sonderführungen durch die Steinzeithöhle und die Steinzeitkunst-Ausstellung mit Ruth Hecker sowie eine Kräuterführung mit Heidi Kraus-Mühlbauer.

Ab 11 Uhr gibt es in der Gastronomie zur leichten Frühlingskräuterküche Jazzstandards und Swing von der Gruppe „Salt, Swing and Pepper“. In einer pikanten Mischung vereint das Regener Musikquintett mit Wolfgang Beil (Gitarre), Hartmut Rothe, (Saxophon/Gesang), Walter Fritz (Piano/Akkordeon), Sören Eller (Violine/Trompete) sowie Roland Schwab (Bass/Gesang) Kaffeehausswing, Jazz, Samba, Bossa, Tango und Gipsy.

Um 13:30 Uhr führt Ruth Hecker, Natur- und Wildnispädagogin sowie Urgeschichtlerin mit Schwerpunkt altsteinzeitliche Kunst, durch die von ihr gestaltete Ausstellung „Hingabe an das Leben – Urbilder der Zwiesprache mit den schöpferischen Kräften der Natur“, die nach drei Monaten im Haus zur Wildnis an diesem Sonntag das letzte Mal besucht werden kann. Mit gut 60 Exponate, vor allem figürliche Repliken, aber auch Reproduktionen von Höhlenmalereien und Tierhautzeichnungen der Altsteinzeit öffnet die Ausstellung ein faszinierendes Fenster in das älteste symbolische System, in welchem die Ursprünge menschlicher Spiritualität deutlich werden. Gleichzeitig macht sie ein Stück „Erinnerung“ an unsere eigene Vergangenheit erfahrbar.

Um 14.00 Uhr findet eine etwa eineinhalb stündige Kräuterführung mit der Kräuterpädagogin Heidi Kraus-Mühlbauer statt. Bitte ziehen Sie für diese Führung festes Schuhwerk an!

Um 15 Uhr lädt Ruth Hecker dann zu einer Führung durch die Steinzeithöhle im Tierfreigelände des Nationalparkzentrums Falkenstein ein. Hecker hat die Bemalung in der Steinzeithöhle selbst ausgeführt und kann daher auch Einblicke in die Entstehung der Steinzeithöhle geben.

Treffpunkt für die Führungen ist jeweils an der Infotheke.

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/aktuelles/index.htm
http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/veranstaltungen/index.htm

Erlebnisurlaub beim Nationalpark – Partner

Eintauchen in die wilde Waldnatur mit dem „Tor zur Wildnis“

Der Nationalpark Bayerischer Wald kommt zur Donaugartenschau

Wartet auf die ersten Besucher: das „Tor zur Wildnis“, mit dem der Nationalpark Bayerischer Wald die Besucher zu einer Erkundungstour in die wilde Waldnatur einlädt

Wenn die Landesgartenschau in Deggendorf am kommenden Freitag, den 25. April 2014, ihre Tore öffnet, ist dort auch ein ganz besonderes Stück Natur vertreten: Mit seinem Pavillon „Tor zur Wildnis“ direkt an der Bogenbachmündung lädt der Nationalpark Bayerischer Wald ein, sich von der faszinierenden wilden Waldnatur des ältesten deutschen Nationalparks begeistern zu lassen. Unter dem Motto „Schule im Grünen“ werden hier kostenlos speziell für die Landesgartenschau entwickelte Unterrichtsmodule zu verschiedenen Themen angeboten, die direkt beim Nationalpark gebucht werden können. Das „Tor zur Wildnis“ steht selbstverständlich auch Tagesbesuchern offen; Sonntagsmatineen in lockerer Abfolge setzen während der gesamten Ausstellungszeit bis zum 5. Oktober 2014 attraktive kulturelle Akzente. Feierlich eröffnet wird das „Tor zur Wildnis“ am 1. Mai um 13.00 Uhr von Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl.

Frischer Wildnis-Akzent Auf der Landesgartenschau: Das „Tor zur Wildnis“ des Nationalparks Bayerischer Wald im Bereich Donaupark an der BogenbachmündungAusführliche Informationen und aktuelle Veranstaltungshinweise finden Sie unter:www.nationalpark-bayerischer-wald.bayern.de/landesgartenschau

Eintauchen in die wilde Waldnatur: Das „Tor zur Wildnis“
Die diesjährige bayerische Landesgartenschau präsentiert auf 17 Hektar Park- und Ausstellungsfläche neue Konzepte, wie die Stadt Deggendorf wieder näher an die Donau und damit an ein Stück Natur „vor der Haustür“ heranrücken kann.

Fast vor der Haustür von Deggendorf, nur eine halbe Autostunde entfernt, liegt mit dem Nationalpark Bayerischer Wald ein in vieler Hinsicht einmaliges Stück wilde Natur: Nirgends sonst in Europa darf sich Natur auf so großer Fläche nach ihren eigenen Gesetzen zu einem wilden Wald entwickeln. So haben Stürme und der Borkenkäfer als Motor der Walderneuerung die Wälder des Mittelgebirgskamms entlang der Grenze zu Tschechien in den letzten drei Jahrzehnten grundlegend umgestaltet: Aus Wirtschaftswald von gestern entsteht hier Urwald von morgen, in dem viele seltene Tiere wie Luchs, Dreizehenspecht, Schwarzstorch oder Auerhuhn Rückzugsräume finden.

Mit dem „Tor zur Wildnis“ auf der Landesgartenschau in Deggendorf lädt der Nationalpark ein, in diese wilde Waldnatur einzutauchen und ihre verschiedenen Facetten kennenzulernen. Bäume, Totholz und andere Objekte direkt aus den Nationalparkwäldern sowie interaktive Themenboxen bieten die Gelegenheit, die Waldwildnis mit allen Sinnen im wahrsten Sinne des Wortes zu „begreifen“. Ein weiteres Highlight stellen die in das Ausstellungsareal integrierten Balancierelemente der Erlebnisakademie dar, die vor allem durch ihren Baumwipfelpfad im Nationalparkzentrum Lusen bekannt ist.

Schule im Grünen – das Nationalpark-Schulklassenprogramm für die Landesgartenschau
Speziell für die Landesgartenschau haben die Umweltbildungsexperten des Nationalparks Programme für Schulklassen entwickelt, die sich schwerpunktmäßig an Schüler der 3. bis 6. Klassenstufe richten und während der gesamten Ausstellungszeit bis in den Oktober hinein angeboten werden. Die jeweils 90-minütigen und zum Teil aufeinander aufbauenden Module zu den Themen „Alter Baum – Voll das Leben!“, „Der Luchs – auf der LGS zu Gast und im Nationalpark zu Hause“ und „Wildnis vor der Haustür“ werden jeweils mittwochs, donnerstags und freitags direkt im „Tor zur Wildnis“ durchgeführt. Lehrer können die kostenlosen Angebote beim Nationalpark buchen; noch sind Plätze verfügbar! Alle Informationen hierzu finden sich unter www.nationalpark-bayerischer-wald.bayern.de/landesgartenschau

Oktokopter-Flüge, Musik, Gedichte, Kabarett – die Sonntage im „Tor zur Wildnis“
Eine besonderes Kaleidoskop an Attraktionen für Tagesbesucher sind die Sonntagsmatineen, mit denen der Nationalpark seine Präsentation im „Tor zur Wildnis“ bereichert. Bislang auf dem Programm stehen die multikulturelle Rockband “DART”, die mit afghanischen Melodien, Deutschrock und Gänsehaut-Balladen überzeugt, das Kamerateam von Fluglinse, die ihre spektakuläre Oktokopter-Flugtechnik mit Luftaufnahmen von der Landesgartenschau und aus dem Nationalpark Bayerischer Wald präsentieren, der Schriftsteller Harald Grill mit Gedichten und Geschichten aus dem Bayerischen Wald, der Verein Pro Nationalpark Freyung-Grafenau mit vielfältigen Aktionen sowie der Journalist, Fotograf und Kabarettist Herbert Pöhnl, der zusammen mit Pianist Sven Ochsenbauer Teile ihres Programms „Der halbwilde Wald“ vorträgt. Die Matineen beginnen jeweils um 11 Uhr. Aktuelle Hinweise auf das bereits bestehende Programm und neue Veranstaltungen finden Sie unter www.nationalpark-bayerischer-wald.bayern.de/landesgartenschau

Eröffnung des „Tors zur Wildnis“ am 1. Mai 2014
Die erste Veranstaltung im „Tor zur Wildnis“ ist seine feierliche Eröffnung am 1. Mai um 13.00 Uhr durch Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. Im Rahmen der Eröffnung stellen Mitarbeiter des Nationalparks Ausschnitte aus dem Schulklassenprogramm für die Landesgartenschau vor; für musikalische Akzente sorgt Sven Ochsenbauer mit seinem „Roma-Jazz-Trio“. Vorher besteht die Möglichkeit, von Neuschönau aus in einer Sonderführung gemeinsam mit Dr. Leibl eine Reise „Vom Winter in den Frühling“ anzutreten. Nach einer gemeinsamen Busfahrt und kurzer Wanderung zum noch fast winterlichen Wald am Lusen geht es per Bus weiter zu den Frühlingsblühern auf der Landesgartenschau. Treffpunkt für die Sonderführung ist um 10.00 Uhr am Nationalparkzentrum Lusen, P1 Infopavillon. Für die Busfahrt ist aus organisatorischen Gründen eine Anmeldung beim Nationalpark-Führungsservice unter 0700 00 77 66 55 bis spätestens 30. April unbedingt erforderlich.

Fragen zur Landesgartenschau beantwortet:
Lukas Laux, Umweltbildungsreferent des Nationalparks Bayerischer Wald
Tel. +49 8552 9600134 | lukas.laux@npv-bw.bayern.de

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/aktuelles/index.htm
http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/veranstaltungen/index.htm

Pauschalangebote der Nationalpark Partner – Gartenschau und Urlaub in der Wildnis

Basteln, Osterkino, Olympiade und mehr

Das Kinder-Osterprogramm im Nationalpark

Schon in Osterhasenlaune? Für alle Kinder zwischen 5 und 12 Jahren mit Freude an Natur und Basteln bietet der Nationalpark auch in diesem Jahr wieder ein abwechslungsreiches Osterprogramm.

Foto: NPV Bayerischer Wald / Chris Gat)

Ab Gründonnerstag bietet der Nationalpark in seinen beiden Informationshäusern, Hans-Eisenmann-Haus und Haus zur Wildnis, wieder ein abwechslungsreiches Osterprogramm an. Die Veranstaltungen für Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren laden ein, Neues in der Natur zu entdecken und mit Naturmaterialien zu basteln. Das Osterkino – nicht nur für Kinder – präsentiert viele spannende Naturfilme aus aller Welt. Alle Veranstaltungen sind kostenlos; Treffpunkt ist jeweils die Besuchertheke in den Informationshäusern.

Osterprogrammübersicht im Nationalpark 2014:

DONNERSTAG, 17. April

Naturwerkstatt – Österliches Basteln: Wir basteln Nester und Hasen aus Naturmaterialien
Hans-Eisenmann-Haus, 10.00 bis 16.00 Uhr, offenes Programm

SONNTAG, 20. April

Großes Osterkino: Hans-Eisenmann-Haus, 11.00 bis 17.00 Uhr

11:00 Uhr und 14.00 Uhr: Jaguar – Heimlicher Jäger Hautnah

Spannende Filmdokumentation über das leben der Jaguare im brasilianischen Pantanal von Tierfilmer Christian Baumeister mit bislang einzigartigen filmischen Einblicken in die Lebensgewohnheiten der scheuen und perfekt getarnten Großkatzen

12:00 Uhr und 15.00Uhr: Welt der Tiere – Die Tränen des Geparden

Filmdokumentation von Angela Graas über die Auswilderung der beiden Gepardenbrüder Tearmark und Ayla, die im Naankuse Wildlife Sanctuary groß gezogen wurden. Um in der Namibwüste zu überleben, müssen sie lernen zu jagen und ihre Beute vor Hyänen und Leoparden zu verteidigen.

12:30 Uhr und 15:30 Uhr: Täuschen & Tarnen – Über Lebenskünstler der Natur

Einzigartige 3D-Dokumentation von Kurt Mündl über die außergewöhnlichsten Überlebensstrategien im Tierreich. Speziell für diesen Film wurde die klassische 3D-Technik verfeinert: Slowmotion-3D und Zeitraffer-3D gewähren unglaubliche Einblicke, beispielsweise wie ein Chamäleon seine Schleuderzunge wirft oder Klapperschlangen millimetergenau zustoßen.

13:30 Uhr und 16:30 Uhr: Checker Can: Der Affen-Check (Kinderfilm)

Rund 350 Affenarten gibt es auf der Welt und ein paar davon erlebt der Reporter Checker Can hautnah: zum Beispiel Berberaffen, die auf dem Affenberg in Salem am Bodensee ein neues Zuhause gefunden haben oder Schimpansen im Serengeti-Park Hodenhagen. Can stellt dabei entscheidende Checkerfragen: Wie wird man Affenchef, und warum lausen sich Affen?

MONTAG, 21. April

Großes Osterkino: Hans-Eisenmann-Haus, 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr

11:00 Uhr und 14:00 Uhr: Im Regenwald der Geisterbären

Dokumentarfilm über einen Kaltregenwald, eine vergessene Welt an der Nordwestküste Kanadas, mit uralten Bäumen und so außergewöhnlichen Bewohnern, wie weiße Schwarzbären, auch Geisterbären genannt, oder Küstenwölfe, die mit Raben kommunizieren

11:45 Uhr und 14:45 Uhr: Highway durch die Rocky Mountains

Die berühmten Tierfilmer Ernst Arendt und Hans Schweiger nehmen die Zuschauer mit auf eine ungewöhnliche Reise durch Nordamerika und zeigen, wo Hirsche Vorfahrt genießen und mit ihrer Brunft mitten unter Touristen für Chaos sorgen, wo Tiere aber auch ganz artig den Zebrastreifen benutzen.

12:30 Uhr und 16:00 Uhr: Die Wolfsfrau

Film von Richard Matthews über die frühere Weltklasse-Langläuferin Gudrun Pflueger, die ihr Leben vollkommen den kanadischen Wölfen gewidmet hat – bis ein gefährlicher Hirntumor alles zu zerstören droht. Die positiven Erinnerungen an „ihre“ Wölfe helfen der Forscherin jedoch, ihren Durchhaltewillen zu stärken und weitere Studien durchzuführen.

13:30 Uhr und 1:30 Uhr: Fischotter – Kluge Schwimmer

Tierdoku von Markus Schmidbauer über ein Fischotterprojekt in Oberfranken, das dazu beitragen soll, die Otterpopulationen in Europa zu verbinden und die natürlichen Einwanderungsbedingungen für die Tiere zu verbessern

DIENSTAG, 22. April

Von Krabbeltieren und Baumriesen: Erlebnisnachmittag für Kinder von 5 – 10 Jahren
Hans-Eisenmann-Haus, 14.30 bis 16.30 Uhr, Anmeldung unter 0700 00 77 66 55 erforderlich

Naturwerkstatt – Instrumente bauen: Wir stellen unsere eigenen Musikinstrumente her
Haus zur Wildnis, 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr, offene Veranstaltung

MITTWOCH, 23. April

Der Schratzl erwacht aus dem Winterschlaf: Erlebniswanderung für Kinder von 7 bis 12 Jahren
Haus zur Wildnis, 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr, Anmeldung 09922/50020 unter erforderlich

DONNERSTAG, 24. April

Olympiade durch das Tierfreigelände: Eine spannende Olympiade für Kinder von 7 bis 12 Jahren
Haus zur Wildnis, um 13.00 Uhr, Anmeldung 09922/50020 erforderlich

FREITAG, 25. April

Naturwerkstatt – Nassfilzen: Wir filzen Schnüre, Tulpen und Filzbälle
Haus zur Wildnis, 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr, offene Veranstaltung

Bildunterschrift:

Schon in Osterhasenlaune? Für alle Kinder zwischen 5 und 12 Jahren mit Freude an Natur und Basteln bietet der Nationalpark auch in diesem Jahr wieder ein abwechslungsreiches Osterprogramm.

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/aktuelles/index.htm

http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/kinder_und_schulen/index.htm

Osterurlaub für die ganze Familie beim Nationalpark – Partner

Raus in den Frühling

Neue Führungen im Rahmen von „Nationalpark aus erster Hand“

Wer singt denn da so schön? Sachkundige Einführung in das Frühlings-Vogelkonzert ermöglicht die Nationalparkführung „Vogelwelt im Frühlingswald“ (Foto: NPV Bayerischer Wald)

Die Reihe „Nationalpark aus erster Hand“ lädt mit neuen Themen dazu ein, gemeinsam mit Nationalpark-Fachleuten den erwachenden Frühlingswald zu entdecken. Am kommenden Samstag, den 5. April 2014, geht es bei einer Wanderung entlang des Sagwassers um die Vorstellung des von der EU geförderten LIFE+ Projektes zur Durchführung umfangreicher Naturschutzmaßnahmen im Nationalpark. An den beiden folgenden Samstagen, dem 12. und dem 19. April 2014, geht es früh morgens in den Wald, um die singende Vogelwelt kennen und erkennen zu lernen.

Das LIFE+ Förderprogramm der Europäischen Kommission unterstützt ausgewiesene Natura 2000-Gebiete, zu denen auch der Nationalpark Bayerischer Wald gehört. Dem Nationalpark Bayerischer Wald ist es in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Naturschutzfonds gelungen, finanzielle Fördermittel aus diesem Programm für das groß angelegte LIFE+-Naturschutzprojekt „Moore, Fließgewässer und Schachten im Nationalpark Bayerischer Wald“ einzuwerben. Am Samstag, den 5. April 2014 wird Nationalpark-Projektbetreuer Jan Vančura auf einer 5-6-stündigen Führung „Vom Sagwasser zum Tummelplatz“ Einblicke in die geplanten Maßnahmen im Nationalpark geben und Hintergründe zum LIFE+-Projekt erläutern. Treffpunkt für diese Führung ist um 10.00 Uhr am Parkplatz Sagwasser. Bitte vergessen Sie nicht, eine kleine Brotzeit und wetterfeste Kleidung mitzubringen.

Am 12. und 19. April 2014 geht es um die „Vogelwelt im Frühlingswald“. In der Morgendämmerung beginnt im Wald täglich aufs Neue ein einmaliges Konzert: Die Vogelwelt erwacht und gleicht einem Orchester, das schließlich den ganzen Wald erfüllt. Ranger Robert Stockinger lädt Interessierte dazu ein, ihn an den beiden Samstagen auf einer rund drei Stunden dauernden Morgenwanderung zu begleiten, um die Stimmen der verschiedenen Sänger unterscheiden zu lernen und bei ihrem morgendlichen Gesang zu beobachten. Treffpunkt dazu ist bereits um 7.00 Uhr an der Kapelle in Waldhäuser. Bitte bringen Sie ein Fernglas mit. Bei starkem Wind und starkem Regen fällt die Führung aus.

Für alle drei Samstagstermine ist eine Anmeldung bis Freitagmittag beim Nationalpark-Führungsservice unter 0700 00 77 66 55 erforderlich.

Die Führungsreihe „Nationalpark aus erster Hand“ heißt speziell Bürgerinnen und Bürger der Nationalparklandkreise willkommen, aber auch Urlauber sind selbstverständlich herzlich eingeladen. Auch an den folgenden Samstagen können Sie in der Reihe „Nationalpark aus erster Hand“ spannende Themen vor Ort kennenlernen. Das komplette Programm finden Sie in den an den Tourist-Informationen ausliegenden Nationalpark-Winterprogrammen oder auf der Nationalpark-Website unter „Akktuelles“

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/aktuelles/index.htm

Minibärenpower hoch drei im Nationalpark

baeren

Hat ihre Jungtiere immer gut im Blick: Braunbärin Luna im Nationalpark Bayerischer Wald (Foto: NPV Bayerischer Wald/Rainer Simonis)

Seit wenigen Tagen steht es fest: Bärin Luna im Tier-Freigelände des Nationalparkzentrums Lusen im Nationalpark Bayerischer Wald ist Mutter von drei gesunden Jungtieren, obwohl das Fortpflanzungsmanagement bei den Braunbären aktuell keinen Nachwuchs vorgesehen hatte. Geboren Mitte/Ende Januar in der von Luna selbst gegrabenen Überwinterungshöhle, unternehmen die drei Minibären nun erste sehr kurze Ausflüge ins Freie, auf Grund der strengen Wachsamkeit der Mutter jedoch nur für jeweils wenige Minuten am Tag. Mit besseren Beobachtungsmöglichkeiten für Besucher ist ab Anfang Mai zu rechnen.

„Dass unsere Braunbären Nachwuchs haben, wussten wir schon seit Ende Januar; da haben wir aus Lunas Höhle das erste mal die typischen Sauggeräusche von Jungtieren gehört. Dass es allerdings gleich drei und dazu noch alle wohl auf sind, wissen wir erst seit letzter Woche, als die drei das erste Mal die Nase ins Freie gestreckt haben. Wir konnten natürlich nicht vorher in der Höhle nachschauen“, erläutert Dr. Dennis Müller, Tierarzt und Leiter der beiden Tier-Freigelände des Nationalparks Bayerischer Wald. „Trotz des Fortpflanzungsmanagements war in unserem Fall die Natur stärker. Jetzt freuen wir uns selbstverständlich über den Bärennachwuchs und sind stolz auf die drei kleinen Kämpfer“, so Müller weiter. Welches Geschlecht die drei Jungtiere haben, wird erst eine direkte Untersuchung zeigen.

Eigentlich war nicht vorgesehen, dass sich die beiden jetzt 11-jährigen Bären Luna und Benny fortpflanzen, da Braunbärennachwuchs nur schwer zu vermitteln ist. In Gefangenschaft werden die Tiere selten krank, haben eine hohe Lebenserwartung von oft mehr als 30 Jahren und vermehren sich gut. Geeignete Plätze stehen daher nur begrenzt zur Verfügung. Um Nachwuchs bei Weibchen Luna zu verhindern, war bei ihr daher im Herbst ein medikamentöser Trächtigkeitsabbruch durchgeführt worden. Bei der dazu nötigen Vollnarkose kam es jedoch zu für die Bärin lebensgefährlichen Komplikationen, weshalb auf die empfohlene zweite Behandlung verzichtet wurde. Bei einer einmaligen Behandlung bleibt jedoch eine ca. 25%ige Chance, dass der Abbruch nicht erfolgreich durchgeführt sein würde.

„Luna ist nach unseren Beobachtungen eine sehr zuverlässige Mutter, die gut mit ihrem Nachwuchs zurechtkommt und Vater Benny beobachtet das Geschehen interessiert, ohne aggressiv zu reagieren“, schildert Tierarzt Müller die Bärenfamilie. „Da die Mutter jedoch noch recht nervös ist und die Kleinen bei der geringsten Störung sofort in die Höhle zurücktreibt, ist die Chance, den Nachwuchs zu beobachten, im Moment noch sehr gering. Wir empfehlen daher unseren Besuchern, sich noch etwas zu gedulden. In etwa einem Monat werden die Jungen voraussichtlich längere Ausflüge unternehmen und gut zu beobachten sein.“

Trotz des Umstandes, dass die drei Bärenjungen ungeplant zur Welt gekommen sind, ist der Nationalpark vorbereitet und hat verschiedene Pläne, wie und wo die Tiere in Zukunft untergebracht werden sollen.

„In den kommenden drei Jahren ist mit keinen größeren Komplikationen zu rechnen und die Bärenfamilie wird sich ohne Probleme das Gehege teilen. Erst dann werden Bärenjunge langsam selbstständig und suchen ein eigenes Revier“, so Dennis Müller. Außerdem würden die Jungbären, wie auch schon in der Vergangenheit, kastriert. Dies verhindere zum einen eine weitere ungewollte Vermehrung; zum anderen treten die Bärenkinder so nicht in Konkurrenz zu ihren Eltern, so dass die Bären auch deutlich länger als drei Jahre bei ihren Eltern bleiben können, erläutert Müller.

Mit einer Fläche von 1,2 Hektar, vielen Kletterbäumen, natürlichen Grabmöglichkeiten und einer Wasserstelle ist das Nationalpark-Bärengehege geeignet für die Haltung von bis zu fünf Bären. Da mit dem Verlust von Regina, der Großmutter der drei Jungtiere, Ende letzten Jahres nun wieder mehr Platz zur Verfügung steht, wird wohl mindestens ein Jungtier bei der Familie verbleiben. Die anderen Bärenkinder werden in andere Einrichtungen vermittelt.

„Dabei werden wir keinerlei Aufwand scheuen“, betont Müller. „Potenzielle Plätze werden im Vorfeld geprüft, um zu gewährleisten, dass die Jungen in ihrem neuen Zuhause ähnlich gute Bedingungen vorfinden, wie bei uns. Auf keinen Fall werden die Bären an dubiöse Tierhändler oder außereuropäische Zoos abgegeben, und auch eine Vermittlung in einen Betonbunker, wie man ihn bedauerlicherweise manchmal in städtischen Zoos findet, ist ausgeschlossen“, versichert der Tierarzt.

Eine Tötung der Bären kommt laut Müller ebenfalls nicht in Betracht: „Sollte uns eine erfolgreiche Vermittlung tatsächlich nicht gelingen, werden alle drei Jungbären im Nationalpark verbleiben. In diesem Fall werden nicht nur die Jungbären, sondern auch Bärenmännchen Benny kastriert, um zukünftigen Nachwuchs sicher verhindern zu können“, so Müller abschließend.

 

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/einrichtungen/index.htm

Familienurlaub beim Nationalpark Partner