„Als Mitbewohner und Landschaftsgestalter hoch willkommen“


Biber bauten Burg im Schwellhäusl-Teich

Die Biber zeigen sich offensichtlich wenig beeindruckt von der Nähe zu den vielen Besuchern, die besonders am Wochenende das Schwellhäusl aufsuchen.

Die Biber zeigen sich offensichtlich wenig beeindruckt von der Nähe zu den vielen Besuchern, die besonders am Wochenende das Schwellhäusl aufsuchen.

Neue Mitbewohner auf dem Schwellhäuslareal: Links neben der Biergartenterrasse hat ein Biberpärchen innerhalb weniger Wochen seine Biberburg errichtet.

Neue Mitbewohner auf dem Schwellhäuslareal: Links neben der Biergartenterrasse hat ein Biberpärchen innerhalb weniger Wochen seine Biberburg errichtet.

Schwellhäusl-Wirt Ludwig Lettenmaier ist ganz begeistert von seinen neuen Nachbarn und zeigt sie gerne jedem Interessierten.

Schwellhäusl-Wirt Ludwig Lettenmaier ist ganz begeistert von seinen neuen Nachbarn und zeigt sie gerne jedem Interessierten.

Seit wenigen Wochen haben die Lettenmaiers, die Wirtsleute des Schwellhäusls im Nationalpark bei Bayerisch Eisenstein, ganz besondere Nachbarn: Ein wildes Biberpärchen, vom Ludwig Lettenmaier liebevoll Fred und Wilma getauft, nutzten den vorhandenen Klausenteich, um direkt neben der Biergartenterrasse eine rund 2 Meter hohe Biberburg zu bauen. Der rege Besucherverkehr in dem beliebten Ausflugslokal beeinträchtigt die Tiere offensichtlich nicht, zumal sie vornehmlich in der Morgen- und Abenddämmerung aktiv sind.

„Wir kennen die beiden Biber, die hier bei uns im Deffernik-Tal aktiv sind, schon seit etwa zwei Jahren“, sagt Schwellhäusl-Wirt Lettenmaier. „Vor einiger Zeit haben sie schon einmal versucht, direkt unter unserer Biergartenterrasse zu bauen. Das konnten wir nicht erlauben, zumal dort der Platz für die Burg über kurz oder lang zu eng geworden wäre, und so haben wir diesen Bereich abgezäunt. Nun freuen wir uns aber riesig, dass die beiden sich nicht haben abschrecken lassen und ihre Burg gleich daneben gebaut haben. Solche wilden Gäste sind bei uns immer hoch willkommen!“

Obwohl die Biber fleißig ihrer Arbeit als Landschaftsgestalter nachkommen und dabei rings ums Schwellhäusl Bäume fällen, hat Ludwig Lettenmaier mit seinen neuen Nachbarn keinerlei Problem: „Es ist toll, wenn man die putzigen Tiere so hautnah bei ihrem natürlichen Verhalten beobachten kann“, schwärmt er begeistert. „Außerdem ist es ganz einfach, spezielle Bäume, die stehen bleiben sollen, mit einem Antibibergitter zu schützen.“

„Auch von unserer Seite begrüßen wir es, wenn Biber bei uns Reviere besetzen“, kommentiert Jochen Linner, Naturschutzbeauftragter des Nationalparks Bayerischer Wald, die neue Biberburg am Schwellhäusl. „Durch das Aufstauen von Fließgewässern und das Einbringen von Totholz tragen sie zur Entstehung wichtiger Sonderlebensräume im Nationalparkgebiet bei.“ Derzeit gibt es im Nationalpark Bayerischer Wald rund zehn von Biberfamilien besetzte Reviere, Tendenz steigend. „Seit der Biber vor gut vier Jahrzehnten wieder in Bayern eingebürgert wurde, hat er sich als robuster und flexibler Besiedler erwiesen, der nicht zu empfindlich auf sein Umfeld reagiert. Die Nachbarschaft zum belebten Schwellhäusl ist daher auch keine ganz überraschende Ausnahme“ so Linner.

Sollten dort doch einmal Biberdämme für unerwünschte Überflutungen sorgen oder angenagte Bäume die Wegesicherheit gefährden, lässt sich gemeinsam mit der für Bibermanagement zuständigen Naturschutzbehörde Regen und den in Biberfragen beratenden Nationalparkmitarbeitern meist schnell eine sowohl für Biber als auch Besucher verträgliche Lösung finden. Und so müssen sich Gäste, die auf der Speisekarte „Biber“ als Gericht finden, auch keine Sorgen machen: Hierbei handelt es sich nur um eine Hommage an die beiden neuen Schwellhäusl-Mitbewohner aus O’batzem mit Gurkenscheibe als Schwanz und Ohren aus Radieschen, nicht jedoch um Fred und Wilma.

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/nationalpark/index.htm

Nationalpark Partner Schwellhäusl

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