Archiv der Kategorie: Pressemeldungen Nationalpark Bayerischer Wald

Neubürger mit Maske – Waschbär bereichert das Tier-Freigelände Lusen

Neu im Tier-Freigelände Lusen: der Waschbär.Seine tastende Nahrungssuche im Wasser, das an unser Händewaschen erinnert, gab dem Waschbären seinen Namen.(Fotos: NPV Bayerischer Wald)

 

 

 

 

 

Seit kurzem hat das Tier-Freigelände im Nationalparkzentrum Lusen einen neuen Bewohner: In einem der beiden Fischottergehege, das extra zu diesem Zweck artgerecht umgestaltet wurde, lebt seit rund drei Wochen ein Waschbär. Das ca. vierjährige Männchen ist nicht nur im Tier-Freigelände Neubürger. Die ursprünglich in Nordamerika beheimateten Waschbären sind sogenannte Neozoen, die sich in den letzten 100 Jahren durch Auswilderung oder versehentlich aus Tierhaltungen entkommene Tiere in ganz Deutschtand und darüber hinaus im europäischen Raum verbreitet haben. Der Nationalpark präsentiert die Art, da sie auch in Bayern mittlerweile regelmäßig auftritt und als typischer Bewohner von gewässerreichen Waldgebieten regelmäßig durch Fotofallen im Nationalparkgebiet dokumentiert ist.

Der neu im Tier-Freigelände angesiedelte Waschbär stammt aus einem Tierheim und soll nun in seinem neuen zu Hause eine artgerechte Haltung genießen dürfen. Das Waschbärengehege erfüllt diesen Anspruch sehr gut: Als ausgezeichneter Kletterer kann der Waschbär die Baumgruppe in der Mitte des Geheges nutzen; für seine Badegewohnheiten steht ihm ein kleiner Stausee zur Verfügung. Zudem kann er an zwei kleinen Bachläufen selbstständig nach Krebsen und Insektenlarven suchen. Waschbären leben einzelgängerisch oder im Familienverband. Daneben kommen auch regelmäßig Gruppen mit bis zu vier erwachsenen männlichen Waschbären vor – eine Besonderheit in der Tierwelt. In Zukunft soll eine solche Männergruppe im Tier-Freigelände gezeigt werden und so wird der jetzt alleine gehaltene Waschbär entsprechend Gesellschaft bekommen; Nachwuchs ist jedoch dauerhaft nicht geplant.

Am besten zu beobachten ist der Waschbär gegen Abend, da er dämmerungs- und nachtaktiv ist. In kalten oder schneereichen Wintern halten Waschbären eine Winterruhe, während der sie ihre Aktivitäten stark reduzieren. Sie halten jedoch keinen echten Winterschlaf wie zum Beispiel Igel, und so dürfte der Neubürger im Tier-Freigelände bei milder Witterung auch während der Wintermonate für Besucher zu beobachten sein.

Die heutige Waschbärenpopulation Mitteleuropas geht im Wesentlichen auf zwei Freisetzungen in Deutschland zurück: Einer aktiven Ansiedlung 1934 am hessischen Edersee von lediglich zwei Paaren und ca. 20 nach einem Bombentreffer 1945 aus einer Waschbärenhaltung in Brandenburg entflohene Tiere. Mittlerweile kommt der Waschbär in ganz Deutschland flächendenkend und mit steigender Tendenz vor. In Bayern verdreifachte sich die Jagdstrecke in den letzten Jahren und beträgt zurzeit ca. 1000 Tiere pro Jahr. Waschbären sind damit – nicht zuletzt aufgrund ihrer großen Anpassungsfähigkeit – zu einem festen Faunenelement in Mitteleuropa geworden.

Bislang liegen keine wissenschaftlichen Belege vor, dass Waschbären einen negativen Einfluss auf die Bestandszahlen anderer heimischer Tierarten wie zum Beispiel andere kleine Beutegreifer oder bodenbrütende Vogelarten haben. Die Waschbärhaltung im Nationalpark soll dennoch auf den artenschutzfachlich wichtigen Aspekt der Besiedlung heimischer Lebensräume durch Neobioten – dieser Begriff umfasst auch Neubürger aus dem Pflanzen- und Pilzreich – aufmerksam machen, zu denen bei uns beispielsweise auch der Marderhund, die Regenbogenforelle oder das Drüsige Springkraut zählen. Denn auch wenn sich der Waschbär eher unauffällig in die heimische Tierwelt integriert hat, geht von sich stark ausbreitenden Arten stets eine potenzielle Gefahr aus, heimische Arten zu verdrängen.

Tierisch wilder Urlaub beim Nationalpark Partner

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/aktuelles/index.htm
http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/einrichtungen/index.htm

Süß und selten: Nachwuchs bei den Przewalski-Pferden im Nationalpark Bayerischer Wald

Das an Halloween geborene Hengstfohlen ist das jüngste Mitglied der Przewalski-Familie des Nationalparks Bayerischer Wald.

Das an Halloween geborene Hengstfohlen ist das jüngste Mitglied der Przewalski-Familie des Nationalparks Bayerischer Wald.

Gute Nachricht für den Artenschutz: Vor gut zwei Wochen, am 31. Oktober 2014, kam im Tier-Freigelände des Nationalparkzentrums Falkenstein erneut ein Przewalski-Fohlen zur Welt und ist wohl auf. Der kleine Hengst ist das zweite Fohlen, das dieses Jahr im Nationalpark Bayerischer Wald geboren wurde. Bereits Ende Mai vergrößerte ein Stutfohlen die jetzt 10-köpfige Herde im Tier-Freigelände. Die seltenen Wildpferde, von denen es weltweit nur rund 2000 Tiere gibt, werden seit 2005 im Nationalpark gehalten, der sich an einem internationalen Erhaltungszuchtprogramm beteiligt. Eine Nachzucht gelang hier seitdem insgesamt 15 Mal.

Seltener Moment im Familienleben: Die beiden in diesem Jahr geborenen Halbgeschwister hatten bislang wenig direkten Kontakt, da Muttertiere bei ganz jungen Fohlen meist auf Abstand zum Rest der Herde bedacht sind.

Seltener Moment im Familienleben: Die beiden in diesem Jahr geborenen Halbgeschwister hatten bislang wenig direkten Kontakt, da Muttertiere bei ganz jungen Fohlen meist auf Abstand zum Rest der Herde bedacht sind.

Besucher haben jederzeit Gelegenheit, die Przewalski-Herde am Falkenstein anzuschauen, da das Tier-Freigelände ganzjährig täglich geöffnet ist.

Besucher haben jederzeit Gelegenheit, die Przewalski-Herde am Falkenstein anzuschauen, da das Tier-Freigelände ganzjährig täglich geöffnet ist.

„Oktobergeburten sind für Przewalski-Pferde nicht grade typisch, kommen aber dennoch vor. In freier Wildbahn wäre der kommende Winter eine Überlebensherausforderung für Herbstfohlen, bei Gehegehaltung wie hier im Tier-Freigelände ist dies aufgrund der guten Ernährungssituation in der Regel kein Problem“, kommentiert Dr. Dennis Müller, Nationalparktierarzt und Leiter der beiden Tier-Freigelände, die Geburt des kleinen Hengstes. „Nach zwei Jahren Zuchtpause und nur einem Fohlen im letzten Jahr sind die beiden Jungtiere in diesem Jahr ein Zeichen, dass unser Leithengst, der jetzt im vierten Jahr unsere kleine Herde anführt, gut von den Stuten akzeptiert wird und sich als Zuchthengst etabliert hat“, so Müller. „Mit etwas Glück können wir bei der jetzigen Herdenstruktur mit bis zu vier Fohlen im Jahr zum Erhalt dieser ausgesprochen seltenen Art beitragen.“

Aktuell gibt es neben dem Leithengst und den beiden Jungtieren noch einen Junghengst vom letzten Jahr und sechs erwachsene Stuten in der in dieser Größe und Zusammensetzung durchaus typischen Przewalski-Familiengruppe. Alle Tiere gehören als Zuchtleihgaben entweder dem Münchener Tiergarten Hellabrunn oder dem Tiergarten Nürnberg, aus deren Zuchten die Gründungsmitglieder der Herde am Falkenstein stammen. Wo die beiden diesjährigen Fohlen untergebracht werden, entscheidet sich im Lauf des nächsten Jahres in Abstimmung mit anderen Przewalskihaltungen und dem zentral im Kölner Zoo geführten Europäischen Erhaltungszuchtprogramm, mit dessen Hilfe der genetischen Verarmung der weltweiten Przewalski-Zoopopulation entgegengesteuert wird.

Junghengste werden in der Regel in „Junggesellengruppen“ integriert, aus denen sich später Zuchthengste rekrutieren. Die junge Stute wird das Tierfreigelände vermutlich ebenfalls verlassen und in eine andere bestehende Herde eingegliedert. Eventuell werden aber auch beide Tiere für eines der Auswilderungsprojekte ausgewählt, die es derzeit in der Mongolei, in China und in Kasachstan gibt. „Bislang sind Fohlen von uns zurück nach München oder in den Tierpark von Grünau gegangen und wurden außerdem an Beweidungsprojekte bei Gießen oder in Tennenlohe bei Nürnberg abgegeben. Es gibt jedoch einen Bayerwald-Przewalski-Hengst, der seit seiner Auswilderung 2007 in freier Wildbahn in Kasachstan lebt“, so Dennis Müller.

Das Przewalski-Pferd ist die letzte überlebende Unterart des Wildpferdes, der Stammform unseres Hauspferdes. Benannt ist es nach dem russischen Offizier und Forschungsreisenden Nikolai Przewalski, der die bereits für ausgestorben gehaltenen Tiere Ende des 19.Jahrhunderts in der Mongolei wiederentdeckte. Schon damals sehr selten, wurden 1969 das letzte Mal wild lebende Przewalski-Pferde auf einer Expedition beobachtet. Kurz nach ihrer Wiederentdeckung, zwischen 1899 und 1903, gelangten insgesamt 54 Einzeltiere in den Besitz von Zoos und Privatliebhabern. Die meisten dieser Pferde starben jedoch, teilweise noch bevor sie die Geschlechtsreife erreicht hatten. Daher stammt die gesamte heutige Przewalski-Population von insgesamt 13 Tieren ab. Das systematisch durchgeführte internationale Zuchtprogramm zur Erhaltung der Przewalski-Pferde gibt es seit Mitte der 1950er Jahre, Auswilderungsprojekte seit Anfang der 1990er Jahre. Im Nationalpark Bayerischer Wald werden die Przewalski-Pferde unter anderem zusammen mit Urrindern gezeigt, um mit diesen in vorgeschichtlicher Zeit auch bei uns beheimateten Tieren eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart zu schlagen und so die Besucher dafür zu sensibilisieren, wie wandelbar Landschaft und Wildnis über Raum und Zeit sein können.

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/aktuelles/index.htm
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Und im nächsten Urlaub zu einem Nationalpark Partner

Erster Herbststurm im Nationalpark

Folgen überschaubar, nur noch wenige Wanderwege betroffen

„Gonzalo“ entwurzelte nur vereinzelt lebende Bäume – wie hier an der Hochfichtstraße östlich vom Kiesruck. Nur im Bereich Scheuereck gab es einzelne kleine Gruppenwürfe mit bis zu 25 Bäumen. (Foto: NPV Bayerischer Wald)

„Gonzalo“ entwurzelte nur vereinzelt lebende Bäume – wie hier an der Hochfichtstraße östlich vom Kiesruck. Nur im Bereich Scheuereck gab es einzelne kleine Gruppenwürfe mit bis zu 25 Bäumen. (Foto: NPV Bayerischer Wald)

Obwohl der Ausläufer des Hurrikans „Gonzalo“ in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 2014 zum Teil mit Orkanstärke über den Nationalpark Bayerischer Wald hinwegfegte, blieben die Sturmschäden überschaubar: Windwurf gab es zwar im gesamten Nationalparkgebiet, dies aber vor allem bei stehendem Totholz. Lebende Bäume wurden nur vereinzelt oder in wenigen Kleingruppen von maximal bis zu 25 Bäumen entwurzelt. Der Gesamtanfall an frischem Sturmholz liegt ersten Schätzungen zufolge bei 400 bis 500 Festmetern. Die meisten von Windwurf betroffenen Wanderwege sind bereits wieder passierbar, da die Nationalparkverwaltung seit Mitte letzter Woche mit allen verfügbaren Mitteln an der Beseitigung der dortigen Schäden arbeitet.

So können die Bohlenstege zwischen Zwieselter Filz und Hochschachten, die besonders stark betroffen waren, trotz einiger beschädigter Stellen wieder gefahrlos begangen werden, und auch der unmarkierte Weg über die Steinbachfälle zum Großen Falkenstein wurde freigeschnitten.

Lediglich in den Hochlagen des Rachelgebietes, Bereich Riedlhütte, muss noch mit Behinderungen gerechnet werden. Dort sind vor allem die Wanderwege „Auerhahn“ und „Specht“ betroffen (vergl. Online-Wegeservice im Internet unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de/wegeservice); die Arbeiten hier sind aber voraussichtlich innerhalb der nächsten 14 Tage abgeschlossen. Der Seelensteig bleibt jedoch bis auf weiteres gesperrt. Hier wurde der Bohlensteig vom Sturm beschädigt und muss komplett ausgebessert werden. Außerdem besteht auf den Bohlen Rutschgefahr, die beseitigt werden muss.

 

Nationalpark Partner im Bayerischen Wald

Das Unerwartete erwarten: Störungen und Waldökosystemmanagement im Klimawandel

Borkenkäfernest mitten im dichten Waldbestand – schädlicher Störenfried, der durch Klimawandel noch gefördert wird, oder Chance für ein Waldmanagement mit hoher Artenvielfalt? Diese und viele weiteren Fragen sind Thema des Vortrags „Das Unerwartete erwarten“. (Foto: Prof. Dr. Rupert Seidl)

Borkenkäfernest mitten im dichten Waldbestand – schädlicher Störenfried, der durch Klimawandel noch gefördert wird, oder Chance für ein Waldmanagement mit hoher Artenvielfalt? Diese und viele weiteren Fragen sind Thema des Vortrags „Das Unerwartete erwarten“. (Foto: Prof. Dr. Rupert Seidl)

Vortrag von Prof. Dr. Rupert Seidl, Institut für Waldbau, Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien, am Donnerstag, den 6. November 2014 um 19.00 Uhr im Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald. Der Eintritt ist frei.

Beobachtungen in ganz Europa zeigen, dass Waldschäden durch natürliche Störungen wie Wind, Feuer und Borkenkäfer in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen haben. Darüber hinaus lassen Szenarien für die kommenden Jahrzehnte ein durch den Klimawandel bedingtes weiteres Ansteigen von Waldschäden erwarten: Simulationsergebnisse prognostizieren auf europäischer Ebene fast eine Million Kubikmeter Schadholz zusätzlich pro Jahr.

Derartige Entwicklungen haben stark negative Auswirkungen auf Ökosystemleistungen wie die Klimaschutzfunktion des Waldes durch Kohlenstoffspeicherung und können so den Klimawandel weiter verstärken. Sie bieten aber auch Chancen für eine Rückführung der Wälder hin zu mehr Naturnähe und biologischer Vielfalt. Für das Management von Waldökosystemen – sowohl in Schutzgebieten als auch im Wirtschaftswald – bedeuten diese Änderungen des Klima- und Störungsregimes generell steigende Unsicherheiten.

Wie kann bei dieser zunehmenden Unsicherheit eine nachhaltige Bereitstellung von gesellschaftlich nachgefragten Waldfunktionen sichergestellt und gleichzeitig die Integrität von Ökosystemen gewahrt werden? Ist der Nationalpark Bayerischer Wald bezüglich der Borkenkäferentwicklung der letzten Jahrzehnte ein extremer Ausreißer oder eine Modellregion für die aktuell stattfindenden und zukünftig erwarteten Änderungen in Europas Wäldern? Der Vortrag beleuchtet diese und weitere Fragen und präsentiert sowohl Szenarien zu möglichen zukünftigen Entwicklungen als auch Konzepte, um steigenden Unsicherheiten im Ökosystemmanagement zu begegnen.

Prof. Dr. Rupert Seidl forscht und lehrt seit 2012 am Institut für Waldbau der BOKU Wien, seit 2013 als Professor. Vor seiner Tätigkeit dort sammelte er umfangreiche internationale Forschungserfahrung, unter anderem an der Sveriges Lantbruksuniversitet in Schweden, der Oregon State University in den USA und am European Forest Institute in Finnland. Seine Forschungsinteressen umfassen Aspekte der Waldökosystemdynamik im generellen und die Rolle von Klima und Störungen in Waldökosystemen im speziellen. Ziel seiner Arbeit ist es, Erkenntnisse über Zusammenhänge der Waldökosystemdynamik – v.a. in Form von Simulationsmodellen – für Fragestellungen der nachhaltigen Waldbewirtschaftung nutzbar zu machen.

 

Gastgeber im Nationalpark Bayerischer Wald

„Als Mitbewohner und Landschaftsgestalter hoch willkommen“

Biber bauten Burg im Schwellhäusl-Teich

Die Biber zeigen sich offensichtlich wenig beeindruckt von der Nähe zu den vielen Besuchern, die besonders am Wochenende das Schwellhäusl aufsuchen.

Die Biber zeigen sich offensichtlich wenig beeindruckt von der Nähe zu den vielen Besuchern, die besonders am Wochenende das Schwellhäusl aufsuchen.

Neue Mitbewohner auf dem Schwellhäuslareal: Links neben der Biergartenterrasse hat ein Biberpärchen innerhalb weniger Wochen seine Biberburg errichtet.

Neue Mitbewohner auf dem Schwellhäuslareal: Links neben der Biergartenterrasse hat ein Biberpärchen innerhalb weniger Wochen seine Biberburg errichtet.

Schwellhäusl-Wirt Ludwig Lettenmaier ist ganz begeistert von seinen neuen Nachbarn und zeigt sie gerne jedem Interessierten.

Schwellhäusl-Wirt Ludwig Lettenmaier ist ganz begeistert von seinen neuen Nachbarn und zeigt sie gerne jedem Interessierten.

Seit wenigen Wochen haben die Lettenmaiers, die Wirtsleute des Schwellhäusls im Nationalpark bei Bayerisch Eisenstein, ganz besondere Nachbarn: Ein wildes Biberpärchen, vom Ludwig Lettenmaier liebevoll Fred und Wilma getauft, nutzten den vorhandenen Klausenteich, um direkt neben der Biergartenterrasse eine rund 2 Meter hohe Biberburg zu bauen. Der rege Besucherverkehr in dem beliebten Ausflugslokal beeinträchtigt die Tiere offensichtlich nicht, zumal sie vornehmlich in der Morgen- und Abenddämmerung aktiv sind.

„Wir kennen die beiden Biber, die hier bei uns im Deffernik-Tal aktiv sind, schon seit etwa zwei Jahren“, sagt Schwellhäusl-Wirt Lettenmaier. „Vor einiger Zeit haben sie schon einmal versucht, direkt unter unserer Biergartenterrasse zu bauen. Das konnten wir nicht erlauben, zumal dort der Platz für die Burg über kurz oder lang zu eng geworden wäre, und so haben wir diesen Bereich abgezäunt. Nun freuen wir uns aber riesig, dass die beiden sich nicht haben abschrecken lassen und ihre Burg gleich daneben gebaut haben. Solche wilden Gäste sind bei uns immer hoch willkommen!“

Obwohl die Biber fleißig ihrer Arbeit als Landschaftsgestalter nachkommen und dabei rings ums Schwellhäusl Bäume fällen, hat Ludwig Lettenmaier mit seinen neuen Nachbarn keinerlei Problem: „Es ist toll, wenn man die putzigen Tiere so hautnah bei ihrem natürlichen Verhalten beobachten kann“, schwärmt er begeistert. „Außerdem ist es ganz einfach, spezielle Bäume, die stehen bleiben sollen, mit einem Antibibergitter zu schützen.“

„Auch von unserer Seite begrüßen wir es, wenn Biber bei uns Reviere besetzen“, kommentiert Jochen Linner, Naturschutzbeauftragter des Nationalparks Bayerischer Wald, die neue Biberburg am Schwellhäusl. „Durch das Aufstauen von Fließgewässern und das Einbringen von Totholz tragen sie zur Entstehung wichtiger Sonderlebensräume im Nationalparkgebiet bei.“ Derzeit gibt es im Nationalpark Bayerischer Wald rund zehn von Biberfamilien besetzte Reviere, Tendenz steigend. „Seit der Biber vor gut vier Jahrzehnten wieder in Bayern eingebürgert wurde, hat er sich als robuster und flexibler Besiedler erwiesen, der nicht zu empfindlich auf sein Umfeld reagiert. Die Nachbarschaft zum belebten Schwellhäusl ist daher auch keine ganz überraschende Ausnahme“ so Linner.

Sollten dort doch einmal Biberdämme für unerwünschte Überflutungen sorgen oder angenagte Bäume die Wegesicherheit gefährden, lässt sich gemeinsam mit der für Bibermanagement zuständigen Naturschutzbehörde Regen und den in Biberfragen beratenden Nationalparkmitarbeitern meist schnell eine sowohl für Biber als auch Besucher verträgliche Lösung finden. Und so müssen sich Gäste, die auf der Speisekarte „Biber“ als Gericht finden, auch keine Sorgen machen: Hierbei handelt es sich nur um eine Hommage an die beiden neuen Schwellhäusl-Mitbewohner aus O’batzem mit Gurkenscheibe als Schwanz und Ohren aus Radieschen, nicht jedoch um Fred und Wilma.

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/nationalpark/index.htm

Nationalpark Partner Schwellhäusl

Jazz trifft Volksmusik

Gelungenes Musik-Experiment als Sonntagsmusik im Haus zur Wildnis

Am kommenden Sonntag, den 2. November 2014, am letzten Tag vor der Vorweihnachtspause, wartet das Haus zur Wildnis im Nationalparkzentrum Falkenstein gleich mit zwei Ensembles als Sonntagsmusik auf. Den Anfang macht im Kinosaal das „Timeless Swingtett“ mit Volksmusik, Swing-Jazz und Zigeunerswing. Im Anschluss spielt die „Woidbacherlmusi“ mit Marsch, Polka und Walzer in der Gastronomie auf. Beginn ist um 13.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden für die Musiker sind jedoch willkommen.

Volksmusik und swingender Jazz müssen kein Gegensatz sein. Bester Beweis dafür ist das Arracher „Timeless Swingtett“, das am kommenden Sonntag in der Besetzung Gitarre, Akkordeon und Kontrabass im Haus zur Wildnis spielt. Dabei kreiert die Gruppe bewusst keine Fusion, sondern lässt die verschiedenen Musikstile in einem spannungsvollen Nebeneinander wirken, mit dem sie in der Region schon einige Konzertsäle gefüllt und ihr Publikum bezaubert hat. Traditioneller, jedoch nicht weniger fröhlich wird es dann mit der „Woidbacherlmusi“, die in der Haus-zur-Wildnis-Gastronomie in der Besetzung Akkordeon, Trompete, Gitarre und Kontrabass mit beschwingten Tanzrhythmen im Zwei- bis Viervierteltakt aufspielen.

Ab dem 3. November legt das Haus zur Wildnis dann seine gewohnte Vorweihnachtspause ein, um dann am 26. Dezember mit neuer Sonderausstellung wieder seine Tore für Besucher zu öffnen.

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/aktuelles/index.htm

Nationalpark Partner

Noch zweimal in den Šumava

Attraktives Saisonfinale der grenzüberschreitenden Wanderungen 2014

An den kommenden beiden Sonntagen bietet der Nationalpark Bayerischer Wald die zwei letzten geführten grenzüberschreitenden Wanderungen der Saison in den Nachbarnationalpark Šumava an: Am 19. Oktober 2014 geht es vom Grenzübergang Teufelshänge bei Finsterau/Bučina (Buchwald) zum Žďárecké jezírko (Scheuerecker Schwelle) und am 26. Oktober 2014 von Bayerisch Eisenstein in das Quellgebiet des Křemelna (Kieslingbach). Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung beim Nationalparkführungsservice (Tel.: 0700 0077 6655) möglichst früh, spätestens jedoch einen Tag vorher erforderlich. Neben festem Schuhwerk und dem Wetter angepasster Kleidung ist unbedingt der Personalausweis oder der Reisepass mitzubringen.

Die rund 15 Kilometer lange Tour am 19. Oktober 2014 erkundet ein einst mit vielen Ortschaften besiedeltes Gebiet, das heute durch die Jahrzehnte währende Präsenz des Eisernen Vorhangs jedoch nahezu menschenleer ist, so dass die Natur große Teile zurückerobert hat. Die ca. sechsstündige Wanderung – eine gewisse Grundkondition sollte also vorhanden sein – startet um 9.15 Uhr am Grenzübergang Teufelshänge bei Finsterau/Bučina. Von dort führt sie an Bučina vorbei auf einem schönen mit Alleebäumen gesäumten Weg nach Knížecí Pláně (Fürstenhut). Durch Wald und Moor geht es dann weiter zum Žďárecké jezírko. An diesem herrlich gelegenen kleinen See wird eine größere Pause eingelegt und die Geschichte der Holztrift im Böhmerwald erläutert. Anschließend geht es auf urigen Pfaden weiter über den Scheuerecker Berg nach Stodůlky (Scheuereck). Offene Wiesenlandschaften mit alten Solitärbäumen und urwüchsige Waldstücke wechseln sich ab auf dem Weg über Knížecí Pláně, Chaloupky (Hüttl) und die Teufelsbachschwelle zurück zum Ausgangspunkt.

Für die umweltschonende Anfahrt zum Treffpunkt ist der Igelbus zu empfehlen; Abfahrt ist um 8.25 Uhr ab der Haltestelle Nationalparkzentrum Lusen bzw. um 8.53 Uhr ab dem Parkplatz Wistlberg. Trotz Einkehrmöglichkeit in Bučina sollte genügen Proviant und Getränke mitgenommen werden.

Treffpunkt für die Wanderung am 26. Oktober 2014 ist ebenfalls um 9.15 Uhr, dieses Mal jedoch vor dem Bahnhofsgebäude in Bayerisch Eisenstein, nicht auf der Gleisseite. Die Teilnehmer werden gebeten, pünktlich zu sein (Achtung: Zeitumstellung nicht vergessen!), damit nach kurzem Fußweg der weiterführende Bus um 9.25 Uhr nach Nová Hurka erreicht werden kann. Nach Ankunft geht es zunächst nach Zhůří (Haidl) am Ahornberg. Von dort aus durchstreift die Gruppe auf nicht markierten Wegen das Vogelschutzgebiet Hnizdiště (Vogelnest), das vielen Bodenbrütern ideale Brutplätze bietet. Bei der ehemaligen Siedlung Starý Brunst geht es dann über die Hauptstraße in das Quellgebiet des Křemelna und von da aus weiter nach Šmauzy und Nový Brunst. Auf einem bequemen Radweg führt die Tour dann nach Gerlova Huť, von wo aus der Bus um 18.15 Uhr die Teilnehmer zurück zur Grenze bringt. Die reine Gehzeit beträgt rund sechs Stunden. Da keine Einkehrmöglichkeit besteht, sollten Brotzeit und Getränke für den ganzen Tag mitgenommen werden.

Die Führungsgebühr für beide Touren beträgt jeweils 5,- Euro; Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind frei. Bei Anreise mit dem Igelbus, bzw. dem Vorzeigen einer Nationalpark-Card oder einer Gästekarte mit GUTi-Logo wird nur die halbe Führungsgebühr erhoben.

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/veranstaltungen/index.htm

Herbsturlaub Bayerischer Wald