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Süß und selten: Nachwuchs bei den Przewalski-Pferden im Nationalpark Bayerischer Wald

Das an Halloween geborene Hengstfohlen ist das jüngste Mitglied der Przewalski-Familie des Nationalparks Bayerischer Wald.

Das an Halloween geborene Hengstfohlen ist das jüngste Mitglied der Przewalski-Familie des Nationalparks Bayerischer Wald.

Gute Nachricht für den Artenschutz: Vor gut zwei Wochen, am 31. Oktober 2014, kam im Tier-Freigelände des Nationalparkzentrums Falkenstein erneut ein Przewalski-Fohlen zur Welt und ist wohl auf. Der kleine Hengst ist das zweite Fohlen, das dieses Jahr im Nationalpark Bayerischer Wald geboren wurde. Bereits Ende Mai vergrößerte ein Stutfohlen die jetzt 10-köpfige Herde im Tier-Freigelände. Die seltenen Wildpferde, von denen es weltweit nur rund 2000 Tiere gibt, werden seit 2005 im Nationalpark gehalten, der sich an einem internationalen Erhaltungszuchtprogramm beteiligt. Eine Nachzucht gelang hier seitdem insgesamt 15 Mal.

Seltener Moment im Familienleben: Die beiden in diesem Jahr geborenen Halbgeschwister hatten bislang wenig direkten Kontakt, da Muttertiere bei ganz jungen Fohlen meist auf Abstand zum Rest der Herde bedacht sind.

Seltener Moment im Familienleben: Die beiden in diesem Jahr geborenen Halbgeschwister hatten bislang wenig direkten Kontakt, da Muttertiere bei ganz jungen Fohlen meist auf Abstand zum Rest der Herde bedacht sind.

Besucher haben jederzeit Gelegenheit, die Przewalski-Herde am Falkenstein anzuschauen, da das Tier-Freigelände ganzjährig täglich geöffnet ist.

Besucher haben jederzeit Gelegenheit, die Przewalski-Herde am Falkenstein anzuschauen, da das Tier-Freigelände ganzjährig täglich geöffnet ist.

„Oktobergeburten sind für Przewalski-Pferde nicht grade typisch, kommen aber dennoch vor. In freier Wildbahn wäre der kommende Winter eine Überlebensherausforderung für Herbstfohlen, bei Gehegehaltung wie hier im Tier-Freigelände ist dies aufgrund der guten Ernährungssituation in der Regel kein Problem“, kommentiert Dr. Dennis Müller, Nationalparktierarzt und Leiter der beiden Tier-Freigelände, die Geburt des kleinen Hengstes. „Nach zwei Jahren Zuchtpause und nur einem Fohlen im letzten Jahr sind die beiden Jungtiere in diesem Jahr ein Zeichen, dass unser Leithengst, der jetzt im vierten Jahr unsere kleine Herde anführt, gut von den Stuten akzeptiert wird und sich als Zuchthengst etabliert hat“, so Müller. „Mit etwas Glück können wir bei der jetzigen Herdenstruktur mit bis zu vier Fohlen im Jahr zum Erhalt dieser ausgesprochen seltenen Art beitragen.“

Aktuell gibt es neben dem Leithengst und den beiden Jungtieren noch einen Junghengst vom letzten Jahr und sechs erwachsene Stuten in der in dieser Größe und Zusammensetzung durchaus typischen Przewalski-Familiengruppe. Alle Tiere gehören als Zuchtleihgaben entweder dem Münchener Tiergarten Hellabrunn oder dem Tiergarten Nürnberg, aus deren Zuchten die Gründungsmitglieder der Herde am Falkenstein stammen. Wo die beiden diesjährigen Fohlen untergebracht werden, entscheidet sich im Lauf des nächsten Jahres in Abstimmung mit anderen Przewalskihaltungen und dem zentral im Kölner Zoo geführten Europäischen Erhaltungszuchtprogramm, mit dessen Hilfe der genetischen Verarmung der weltweiten Przewalski-Zoopopulation entgegengesteuert wird.

Junghengste werden in der Regel in „Junggesellengruppen“ integriert, aus denen sich später Zuchthengste rekrutieren. Die junge Stute wird das Tierfreigelände vermutlich ebenfalls verlassen und in eine andere bestehende Herde eingegliedert. Eventuell werden aber auch beide Tiere für eines der Auswilderungsprojekte ausgewählt, die es derzeit in der Mongolei, in China und in Kasachstan gibt. „Bislang sind Fohlen von uns zurück nach München oder in den Tierpark von Grünau gegangen und wurden außerdem an Beweidungsprojekte bei Gießen oder in Tennenlohe bei Nürnberg abgegeben. Es gibt jedoch einen Bayerwald-Przewalski-Hengst, der seit seiner Auswilderung 2007 in freier Wildbahn in Kasachstan lebt“, so Dennis Müller.

Das Przewalski-Pferd ist die letzte überlebende Unterart des Wildpferdes, der Stammform unseres Hauspferdes. Benannt ist es nach dem russischen Offizier und Forschungsreisenden Nikolai Przewalski, der die bereits für ausgestorben gehaltenen Tiere Ende des 19.Jahrhunderts in der Mongolei wiederentdeckte. Schon damals sehr selten, wurden 1969 das letzte Mal wild lebende Przewalski-Pferde auf einer Expedition beobachtet. Kurz nach ihrer Wiederentdeckung, zwischen 1899 und 1903, gelangten insgesamt 54 Einzeltiere in den Besitz von Zoos und Privatliebhabern. Die meisten dieser Pferde starben jedoch, teilweise noch bevor sie die Geschlechtsreife erreicht hatten. Daher stammt die gesamte heutige Przewalski-Population von insgesamt 13 Tieren ab. Das systematisch durchgeführte internationale Zuchtprogramm zur Erhaltung der Przewalski-Pferde gibt es seit Mitte der 1950er Jahre, Auswilderungsprojekte seit Anfang der 1990er Jahre. Im Nationalpark Bayerischer Wald werden die Przewalski-Pferde unter anderem zusammen mit Urrindern gezeigt, um mit diesen in vorgeschichtlicher Zeit auch bei uns beheimateten Tieren eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart zu schlagen und so die Besucher dafür zu sensibilisieren, wie wandelbar Landschaft und Wildnis über Raum und Zeit sein können.

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/aktuelles/index.htm
http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/einrichtungen/index.htm
http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/wir_ueber_uns/index.htm

Und im nächsten Urlaub zu einem Nationalpark Partner

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Hirschbrunft und Auerhuhn

Neue Führungen aus der Reihe „Wildtiere erleben“ im Oktober

Jedes Mal aufs Neue faszinierend: das jährliche Brunftritual der Rothirsche im Herbst – eines der Themen bei den kommenden Nationalpark-Führungen der Reihe „Wildtiere erleben“.

Jedes Mal aufs Neue faszinierend: das jährliche Brunftritual der Rothirsche im Herbst – eines der Themen bei den kommenden Nationalpark-Führungen der Reihe „Wildtiere erleben“.

Überlebenskünstler in harschen Höhenlagen: das Auerhuhn. Viel Wissenswertes hierzu bietet die Führungsreihe „Wildtiere erleben“. (Fotos: NPV Bayerischer Wald)

Überlebenskünstler in harschen Höhenlagen: das Auerhuhn. Viel Wissenswertes hierzu bietet die Führungsreihe „Wildtiere erleben“. (Fotos: NPV Bayerischer Wald)

Am kommenden Samstag, den 4. Oktober 2014, haben Interessierte noch einmal die Gelegenheit, in Rahmen der Sonderführungsreihe „Wildtiere erleben“ des Nationalparks Bayerischer Wald Hirschbrunft in freier Wildbahn zu erleben, diesmal unterm Rachel. Am darauffolgenden Samstag, den 11. Oktober 2014, lädt die Reihe dazu ein, den Lebensraum des Auerhuhns näher kennenzulernen. Beide Führungen sind kostenlos; um Anmeldung bis jeweils einen Tag vorher beim Nationalpark-Führungsservice unter 0700 00 77 66 55 wird jedoch gebeten.

Jedes Jahr im Herbst, von Anfang September bis Mitte Oktober, liefert das größte Wildtier des Nationalparks, der Rothirsch, ein beeindruckendes Schauspiel: Mit stimmgewaltigem Röhren und Rivalenkämpfen streiten die männlichen Tiere um Brunftreviere und Weibchenrudel. Am 4. Oktober 2014 bietet sich die Gelegenheit, auf der Führung „Hischbrunft unterm Rachel“ live in freier Wildbahn mit dabei zu sein: Michael Penn, einer der Berufsjäger des Nationalparks, begleitet alle Interessierten auf einer Wanderung, die bis in die Abendstunden dauert, über das Spiegelauer Strassl zum Aussichtturm im Föhraufilz. Er ist täglich im Gelände unterwegs und ist bestens mit den Gewohnheiten der Rothirsche vertraut. Treffpunkt für die rund dreistündige Wanderung ist um 15.00 Uhr am Parkplatz Martinwiese bei Spiegelau.

Am 11. Oktober 2014 bietet Nationalparkranger Roland Ertl die Führung „Das Auerhuhn“ an. Die rund vierstündige Wanderung führt über den Waldhäuserriegel zum Lusen in die Lebensräume dieser hoch spezialisierten Tierart. Die Führung gibt Einblick, wie sich Europas größter wilder Hühnervogel an die besonders schwierigen Lebensumstände in den Höhenlagen des Bayerischen und Böhmer Waldes angepasst hat und warum er gerade deshalb besonders auf Ruhe und Strukturvielfalt in seinem Lebensraum angewiesen ist. An der „Glasarche“ besteht die Möglichkeit, die Diskussion an einem Informationsstand zum Thema Auerhuhn zu vertiefen. Treffpunkt für die Auerhuhn-Führung ist um 10.00 Uhr am Parkplatz Waldhäuser Ausblick am Ortsende von Waldhäuser. Endpunkt ist der Parkplatz „Waldhausreibe“; Rückweg zum Parkplatz „Waldhäuser Ausblick“ erfolgt selbstständig zu Fuß oder mit dem Igelbus.

 

Herbsturlaub im Nationalpark Bayerischer Wald

Wegezeichen zwischen Himmel und Erde

Auch in diesem Herbst laden verschiedene Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit den Kirchen in der Nationalparkregion dazu ein, Natur in Verbindung mit besinnlichen Elementen zu erleben. Sie werden gemeinsam von Theologen und Nationalparkmitarbeitern geleitet. Lassen Sie sich ein auf Waldbegehungen und -begegnungen in ungewohnter Weise.

Am kommenden Sonntag, den 20. Oktober, werden Sie vom katholischen Pfarrer Rupert Wimmer, der evangelischen Diakonin Gabi Neumann-Beiler und dem Nationalpark-Ranger Günter Sellmayer bei einer Abendwanderung auf den Rachel begleitet.

Treffpunkt für diese ca. 4-stündige, mittelschwere Wanderung ist um 16:00 Uhr auf dem P+R-Parkplatz in Spiegelau. Bitte bringen Sie festes Schuhwerk mit, auch eine Taschenlampe, bzw. Stirnlampe ist sehr nützlich. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Rücktransport erfolgt in Kleinbussen.

Bei schlechtem Wetter entfällt die Wanderung.

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/wandern_und_erleben/index.htm

 

Herbsturlaub im Nationalpark Bayerischer Wald

Von Innergefild (Horská Kvilda) über Goldbrunn (Zlatá Studna) und Althütte (Staré Hutě) nach Außergefild (Kvilda)

Sonderführung in den Nationalpark Šumava ab Buchwald (Bučina)

Am kommenden Sonntag, dem 22.09.2013 findet die nächste grenzüberschreitende Wanderung in den Nationalpark Šumava statt. Treffpunkt ist um 9:15 Uhr am Grenzübergang Buchwald (Bučina) bei Finsterau. Die Anfahrt dorthin ist mit dem Igelbus möglich, Abfahrt 8:25 Uhr ab Haltestelle Nationalparkzentrum Lusen, 8:53 Uhr ab dem Parkplatz Wistlberg.

Die ca. 13 km lange Wanderung beginnt erst nach Ankunft des Igelbusses. Vom Grenzübergang geht es zu Fuß ca. 200 m bis zur Haltestelle des tschechischen Busses, der nach Innergefild (Horska Kvilda) fährt. Von dort führt der Weg durch den Wald nach Goldbrunn (Zlatá Studna), einem ehemaligen Glasmacherdorf, von dem heute nur noch Ruinen und schöne Waldwiesen erhalten sind. Es geht weiter zu den Hochebenen rund um Kaltenbach. Wenn Zeit und Lust besteht, ist ein Abstecher von 2 km zum Aussichtsturm Churáňov, einer alten Skisprungschanze, möglich.

Weiter geht es an Althütte (Staré Hutě) vorbei durch den Wald zurück nach Außergefild (Kvilda). Dort ist, wenn noch Zeit besteht, der Besuch des Nationalpark Infozentrum oder die Besichtigung des alten Friedhofs oder eine Einkehr zu Kaffee und Kuchen in der örtlichen Bäckerei möglich.

Um 16:15 Uhr oder 17:35 Uhr fährt der Bus nach Buchwald zurück, von wo die Rückfahrt Richtung Finsterau mit dem Igelbus um 16:50 Uhr oder 18:10 Uhr möglich ist.

Für die Busfahrten auf der tschechischen Seite sind ca. 100 tschechische Kronen (4,- Euro) erforderlich, die bei Bedarf auch beim Führer getauscht werden können (bitte unbedingt Kleingeld mitbringen). Da eine Einkehr unterwegs nicht sicher ist, sollte auch Brotzeit und Getränke mitgenommen werden.

Neben geeignetem Schuhwerk und dem Wetter angepasster Kleidung ist unbedingt der Personalausweis mitzubringen.

Die Führungsgebühr beträgt 5,- Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind frei. Bei Anreise mit dem Igelbus, bzw. dem Vorzeigen einer Nationalpark-Card oder einer Gästekarte mit GUTi-Logo wird nur die halbe Führungsgebühr erhoben. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Aus organisatorischen Gründen ist deshalb eine Anmeldung bis spätestens einen Tag vorher beim Nationalpark-Führungsservice (Tel.: 0700 00776655) erforderlich.

Rainer Pöhlmann

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/wandern_und_erleben/index.htm

Herbsturlaub im Bayerischen Wald