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Raus in den Winterwald: Neues Führungsprogramms 2014/15 des Nationalparks Bayerischer Wald geht an den Start

Grade im Winter wird der Nationalpark Bayerischer Wald mit seinen vielen markierten Wanderwegen zu einem besonderen Erlebnis.

Grade im Winter wird der Nationalpark Bayerischer Wald mit seinen vielen markierten Wanderwegen zu einem besonderen Erlebnis.

Keine Zeit für Winterschlaf: Das aktuelle Programm des Nationalparks hat besonders für Kinder wieder viel zu bieten.

Keine Zeit für Winterschlaf: Das aktuelle Programm des Nationalparks hat besonders für Kinder wieder viel zu bieten.

3.Lust auf das Abenteuer Schneeschuhwanderung? Das neue Winterprogramm bietet zahlreiche kostenlose Regel- und Sondertouren an.

Lust auf das Abenteuer Schneeschuhwanderung? Das neue Winterprogramm bietet zahlreiche kostenlose Regel- und Sondertouren an.

Auch in der kalten Jahreszeit bietet der Nationalpark Bayerischer Wald Besuchern viele spannende Möglichkeiten, den Winterwald zu erleben. Gleichzeitig mit dem Start des aktuellen Nationalpark-Winterprogramms 2014/15 ab 26. Dezember 2014 sind auch die Informationshäuser der beiden Nationalparkzentren Lusen und Falkenstein sowie das Waldgeschichtliche Museum St. Oswald nach der Vorweihnachtspause wieder täglich kostenfrei und mit reichem Programm geöffnet.

Besucher sind zu jeder Jahreszeit im Nationalpark Bayerischer willkommen – natürlich auch über die Weihnachtsfeiertage und Silvester. Alle markierten Wanderwege können im Winter genutzt werden, soweit es Witterung, Ausrüstung und Kondition zulassen. Wie jedes Jahr wird außerdem ein ausgedehntes Winterwegenetz geräumt. Zusätzlich sind Loipen gespurt und es gibt regelmäßige geführte Schneeschuh-Touren, bei denen der winterliche Wald gemeinsam mit versiertem Nationalparkpersonal oder zertifizierten Nationalpark-Waldführern erkundet werden kann.

In den höheren Nationalparklagen wird gebeten, die winterliche Ruhezeit der Natur zu respektieren und auf den markierten Wegen zu bleiben. Grade jetzt sind Tiere, die keine Winterruhe halten, durch Nichteinhaltung des Wegegebots besonders gefährdet. Denn jedes Aufschrecken bedeutet einen enormen Energieverlust, der für sie lebensgefährlich sein kann. Eine gute Möglichkeit, viele scheue Wildtiere dennoch zu erleben, bieten die beiden Tier-Freigelände der Nationalparkzentren Lusen und Falkenstein, die ganzjährig jeden Tag und kostenfrei besucht werden können. Alle Hauptwege sind im Winter geräumt und mit Splitt gestreut.

Ab dem 2. Weihnachtsfeiertag bereichern außerdem die beiden Nationalpark-Besucherzentren, das Hans-Eisenmann-Haus und das Haus zur Wildnis, sowie das Waldgeschichtliche Museum St. Oswald nach ihrer vorweihnachtlichen Betriebspause die Erlebnismöglichkeiten im Park. Alle drei Häuser sind ab 26. Dezember 2014 wieder täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet; auch hier ist der Eintritt frei.

Das Hans-Eisenmann-Haus erwartet seine Gäste neben seiner Dauerausstellung „Weg in die Natur – Eine Geschichte von Wald und Menschen“ mit der neuen Sonder-Kunstausstellung „Eine kurze Zeit lang“ mit Skulpturen von Toni Scheubeck und Fotografien von Herbert Pöhnl. Das Haus zur Wildnis im Nationalparkzentrum Falkenstein präsentiert zusätzlich zu vielen spannenden Nationalparkinfos die neue Sonderausstellung „TIKIGAQMUIT – Wir sind wer wir waren“ mit Masken und Grafiken nordamerikanischer Ureinwohner. Das Waldgeschichtliche Museum St. Oswald zeigt neben seiner Dauerausstellung zur Natur- und Kulturgeschichte des Bayerischen und Böhmerwaldes die Fotoausstellung „Böhmerwald“ des tschechischen Fotokünstlers Dr. Karel Jáchim.

Das neue Führungsprogramm für das Winterhalbjahr vom 26. Dezember 2014 bis zum 14. Mai 2015 hält auch diesmal wieder eine reiche Palette an Veranstaltungen parat, die den Nationalpark mit allen seinen Facetten grade im Winter zu einem intensiven Erlebnis machen, wie beispielsweise die beliebte Sonderführungsreihe „Nationalpark aus erster Hand“. Hier nehmen sich Fachleute aus der Nationalparkverwaltung jeden Samstag Zeit, um Interessierten die Ziele, die Arbeit und die Besonderheiten des Großschutzgebietes direkt im Gelände näher zu bringen. Auch für Kinder ist wieder viel geboten, das Wintermüdigkeit vergessen lässt und zum Erkunden und Austoben in der frischen Winterluft einlädt. Das aktuelle Winterprogramm liegt kostenlos in allen Besucherzentren und Info-Stellen des Nationalparks sowie in allen Tourist-Infos der Nationalparkgemeinden aus. Außerdem steht es unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de/saisonprogramm kostenlost als PDF-Download zur Verfügung.

Anmeldungen für alle Veranstaltungen nimmt der Nationalpark-Führungs- und Veranstaltungsservice entgegen: Tel.: 0700 00 77 66 55 | E-Mail: npservice@t-online.de | Fax: 08553 97 999 44

 

Winter im Bayerischen Wald beim Nationalpark Partner

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Neubürger mit Maske – Waschbär bereichert das Tier-Freigelände Lusen

Neu im Tier-Freigelände Lusen: der Waschbär.Seine tastende Nahrungssuche im Wasser, das an unser Händewaschen erinnert, gab dem Waschbären seinen Namen.(Fotos: NPV Bayerischer Wald)

 

 

 

 

 

Seit kurzem hat das Tier-Freigelände im Nationalparkzentrum Lusen einen neuen Bewohner: In einem der beiden Fischottergehege, das extra zu diesem Zweck artgerecht umgestaltet wurde, lebt seit rund drei Wochen ein Waschbär. Das ca. vierjährige Männchen ist nicht nur im Tier-Freigelände Neubürger. Die ursprünglich in Nordamerika beheimateten Waschbären sind sogenannte Neozoen, die sich in den letzten 100 Jahren durch Auswilderung oder versehentlich aus Tierhaltungen entkommene Tiere in ganz Deutschtand und darüber hinaus im europäischen Raum verbreitet haben. Der Nationalpark präsentiert die Art, da sie auch in Bayern mittlerweile regelmäßig auftritt und als typischer Bewohner von gewässerreichen Waldgebieten regelmäßig durch Fotofallen im Nationalparkgebiet dokumentiert ist.

Der neu im Tier-Freigelände angesiedelte Waschbär stammt aus einem Tierheim und soll nun in seinem neuen zu Hause eine artgerechte Haltung genießen dürfen. Das Waschbärengehege erfüllt diesen Anspruch sehr gut: Als ausgezeichneter Kletterer kann der Waschbär die Baumgruppe in der Mitte des Geheges nutzen; für seine Badegewohnheiten steht ihm ein kleiner Stausee zur Verfügung. Zudem kann er an zwei kleinen Bachläufen selbstständig nach Krebsen und Insektenlarven suchen. Waschbären leben einzelgängerisch oder im Familienverband. Daneben kommen auch regelmäßig Gruppen mit bis zu vier erwachsenen männlichen Waschbären vor – eine Besonderheit in der Tierwelt. In Zukunft soll eine solche Männergruppe im Tier-Freigelände gezeigt werden und so wird der jetzt alleine gehaltene Waschbär entsprechend Gesellschaft bekommen; Nachwuchs ist jedoch dauerhaft nicht geplant.

Am besten zu beobachten ist der Waschbär gegen Abend, da er dämmerungs- und nachtaktiv ist. In kalten oder schneereichen Wintern halten Waschbären eine Winterruhe, während der sie ihre Aktivitäten stark reduzieren. Sie halten jedoch keinen echten Winterschlaf wie zum Beispiel Igel, und so dürfte der Neubürger im Tier-Freigelände bei milder Witterung auch während der Wintermonate für Besucher zu beobachten sein.

Die heutige Waschbärenpopulation Mitteleuropas geht im Wesentlichen auf zwei Freisetzungen in Deutschland zurück: Einer aktiven Ansiedlung 1934 am hessischen Edersee von lediglich zwei Paaren und ca. 20 nach einem Bombentreffer 1945 aus einer Waschbärenhaltung in Brandenburg entflohene Tiere. Mittlerweile kommt der Waschbär in ganz Deutschland flächendenkend und mit steigender Tendenz vor. In Bayern verdreifachte sich die Jagdstrecke in den letzten Jahren und beträgt zurzeit ca. 1000 Tiere pro Jahr. Waschbären sind damit – nicht zuletzt aufgrund ihrer großen Anpassungsfähigkeit – zu einem festen Faunenelement in Mitteleuropa geworden.

Bislang liegen keine wissenschaftlichen Belege vor, dass Waschbären einen negativen Einfluss auf die Bestandszahlen anderer heimischer Tierarten wie zum Beispiel andere kleine Beutegreifer oder bodenbrütende Vogelarten haben. Die Waschbärhaltung im Nationalpark soll dennoch auf den artenschutzfachlich wichtigen Aspekt der Besiedlung heimischer Lebensräume durch Neobioten – dieser Begriff umfasst auch Neubürger aus dem Pflanzen- und Pilzreich – aufmerksam machen, zu denen bei uns beispielsweise auch der Marderhund, die Regenbogenforelle oder das Drüsige Springkraut zählen. Denn auch wenn sich der Waschbär eher unauffällig in die heimische Tierwelt integriert hat, geht von sich stark ausbreitenden Arten stets eine potenzielle Gefahr aus, heimische Arten zu verdrängen.

Tierisch wilder Urlaub beim Nationalpark Partner

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/aktuelles/index.htm
http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/einrichtungen/index.htm

Süß und selten: Nachwuchs bei den Przewalski-Pferden im Nationalpark Bayerischer Wald

Das an Halloween geborene Hengstfohlen ist das jüngste Mitglied der Przewalski-Familie des Nationalparks Bayerischer Wald.

Das an Halloween geborene Hengstfohlen ist das jüngste Mitglied der Przewalski-Familie des Nationalparks Bayerischer Wald.

Gute Nachricht für den Artenschutz: Vor gut zwei Wochen, am 31. Oktober 2014, kam im Tier-Freigelände des Nationalparkzentrums Falkenstein erneut ein Przewalski-Fohlen zur Welt und ist wohl auf. Der kleine Hengst ist das zweite Fohlen, das dieses Jahr im Nationalpark Bayerischer Wald geboren wurde. Bereits Ende Mai vergrößerte ein Stutfohlen die jetzt 10-köpfige Herde im Tier-Freigelände. Die seltenen Wildpferde, von denen es weltweit nur rund 2000 Tiere gibt, werden seit 2005 im Nationalpark gehalten, der sich an einem internationalen Erhaltungszuchtprogramm beteiligt. Eine Nachzucht gelang hier seitdem insgesamt 15 Mal.

Seltener Moment im Familienleben: Die beiden in diesem Jahr geborenen Halbgeschwister hatten bislang wenig direkten Kontakt, da Muttertiere bei ganz jungen Fohlen meist auf Abstand zum Rest der Herde bedacht sind.

Seltener Moment im Familienleben: Die beiden in diesem Jahr geborenen Halbgeschwister hatten bislang wenig direkten Kontakt, da Muttertiere bei ganz jungen Fohlen meist auf Abstand zum Rest der Herde bedacht sind.

Besucher haben jederzeit Gelegenheit, die Przewalski-Herde am Falkenstein anzuschauen, da das Tier-Freigelände ganzjährig täglich geöffnet ist.

Besucher haben jederzeit Gelegenheit, die Przewalski-Herde am Falkenstein anzuschauen, da das Tier-Freigelände ganzjährig täglich geöffnet ist.

„Oktobergeburten sind für Przewalski-Pferde nicht grade typisch, kommen aber dennoch vor. In freier Wildbahn wäre der kommende Winter eine Überlebensherausforderung für Herbstfohlen, bei Gehegehaltung wie hier im Tier-Freigelände ist dies aufgrund der guten Ernährungssituation in der Regel kein Problem“, kommentiert Dr. Dennis Müller, Nationalparktierarzt und Leiter der beiden Tier-Freigelände, die Geburt des kleinen Hengstes. „Nach zwei Jahren Zuchtpause und nur einem Fohlen im letzten Jahr sind die beiden Jungtiere in diesem Jahr ein Zeichen, dass unser Leithengst, der jetzt im vierten Jahr unsere kleine Herde anführt, gut von den Stuten akzeptiert wird und sich als Zuchthengst etabliert hat“, so Müller. „Mit etwas Glück können wir bei der jetzigen Herdenstruktur mit bis zu vier Fohlen im Jahr zum Erhalt dieser ausgesprochen seltenen Art beitragen.“

Aktuell gibt es neben dem Leithengst und den beiden Jungtieren noch einen Junghengst vom letzten Jahr und sechs erwachsene Stuten in der in dieser Größe und Zusammensetzung durchaus typischen Przewalski-Familiengruppe. Alle Tiere gehören als Zuchtleihgaben entweder dem Münchener Tiergarten Hellabrunn oder dem Tiergarten Nürnberg, aus deren Zuchten die Gründungsmitglieder der Herde am Falkenstein stammen. Wo die beiden diesjährigen Fohlen untergebracht werden, entscheidet sich im Lauf des nächsten Jahres in Abstimmung mit anderen Przewalskihaltungen und dem zentral im Kölner Zoo geführten Europäischen Erhaltungszuchtprogramm, mit dessen Hilfe der genetischen Verarmung der weltweiten Przewalski-Zoopopulation entgegengesteuert wird.

Junghengste werden in der Regel in „Junggesellengruppen“ integriert, aus denen sich später Zuchthengste rekrutieren. Die junge Stute wird das Tierfreigelände vermutlich ebenfalls verlassen und in eine andere bestehende Herde eingegliedert. Eventuell werden aber auch beide Tiere für eines der Auswilderungsprojekte ausgewählt, die es derzeit in der Mongolei, in China und in Kasachstan gibt. „Bislang sind Fohlen von uns zurück nach München oder in den Tierpark von Grünau gegangen und wurden außerdem an Beweidungsprojekte bei Gießen oder in Tennenlohe bei Nürnberg abgegeben. Es gibt jedoch einen Bayerwald-Przewalski-Hengst, der seit seiner Auswilderung 2007 in freier Wildbahn in Kasachstan lebt“, so Dennis Müller.

Das Przewalski-Pferd ist die letzte überlebende Unterart des Wildpferdes, der Stammform unseres Hauspferdes. Benannt ist es nach dem russischen Offizier und Forschungsreisenden Nikolai Przewalski, der die bereits für ausgestorben gehaltenen Tiere Ende des 19.Jahrhunderts in der Mongolei wiederentdeckte. Schon damals sehr selten, wurden 1969 das letzte Mal wild lebende Przewalski-Pferde auf einer Expedition beobachtet. Kurz nach ihrer Wiederentdeckung, zwischen 1899 und 1903, gelangten insgesamt 54 Einzeltiere in den Besitz von Zoos und Privatliebhabern. Die meisten dieser Pferde starben jedoch, teilweise noch bevor sie die Geschlechtsreife erreicht hatten. Daher stammt die gesamte heutige Przewalski-Population von insgesamt 13 Tieren ab. Das systematisch durchgeführte internationale Zuchtprogramm zur Erhaltung der Przewalski-Pferde gibt es seit Mitte der 1950er Jahre, Auswilderungsprojekte seit Anfang der 1990er Jahre. Im Nationalpark Bayerischer Wald werden die Przewalski-Pferde unter anderem zusammen mit Urrindern gezeigt, um mit diesen in vorgeschichtlicher Zeit auch bei uns beheimateten Tieren eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart zu schlagen und so die Besucher dafür zu sensibilisieren, wie wandelbar Landschaft und Wildnis über Raum und Zeit sein können.

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/aktuelles/index.htm
http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/einrichtungen/index.htm
http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/wir_ueber_uns/index.htm

Und im nächsten Urlaub zu einem Nationalpark Partner

Erster Herbststurm im Nationalpark

Folgen überschaubar, nur noch wenige Wanderwege betroffen

„Gonzalo“ entwurzelte nur vereinzelt lebende Bäume – wie hier an der Hochfichtstraße östlich vom Kiesruck. Nur im Bereich Scheuereck gab es einzelne kleine Gruppenwürfe mit bis zu 25 Bäumen. (Foto: NPV Bayerischer Wald)

„Gonzalo“ entwurzelte nur vereinzelt lebende Bäume – wie hier an der Hochfichtstraße östlich vom Kiesruck. Nur im Bereich Scheuereck gab es einzelne kleine Gruppenwürfe mit bis zu 25 Bäumen. (Foto: NPV Bayerischer Wald)

Obwohl der Ausläufer des Hurrikans „Gonzalo“ in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 2014 zum Teil mit Orkanstärke über den Nationalpark Bayerischer Wald hinwegfegte, blieben die Sturmschäden überschaubar: Windwurf gab es zwar im gesamten Nationalparkgebiet, dies aber vor allem bei stehendem Totholz. Lebende Bäume wurden nur vereinzelt oder in wenigen Kleingruppen von maximal bis zu 25 Bäumen entwurzelt. Der Gesamtanfall an frischem Sturmholz liegt ersten Schätzungen zufolge bei 400 bis 500 Festmetern. Die meisten von Windwurf betroffenen Wanderwege sind bereits wieder passierbar, da die Nationalparkverwaltung seit Mitte letzter Woche mit allen verfügbaren Mitteln an der Beseitigung der dortigen Schäden arbeitet.

So können die Bohlenstege zwischen Zwieselter Filz und Hochschachten, die besonders stark betroffen waren, trotz einiger beschädigter Stellen wieder gefahrlos begangen werden, und auch der unmarkierte Weg über die Steinbachfälle zum Großen Falkenstein wurde freigeschnitten.

Lediglich in den Hochlagen des Rachelgebietes, Bereich Riedlhütte, muss noch mit Behinderungen gerechnet werden. Dort sind vor allem die Wanderwege „Auerhahn“ und „Specht“ betroffen (vergl. Online-Wegeservice im Internet unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de/wegeservice); die Arbeiten hier sind aber voraussichtlich innerhalb der nächsten 14 Tage abgeschlossen. Der Seelensteig bleibt jedoch bis auf weiteres gesperrt. Hier wurde der Bohlensteig vom Sturm beschädigt und muss komplett ausgebessert werden. Außerdem besteht auf den Bohlen Rutschgefahr, die beseitigt werden muss.

 

Nationalpark Partner im Bayerischen Wald

Das Unerwartete erwarten: Störungen und Waldökosystemmanagement im Klimawandel

Borkenkäfernest mitten im dichten Waldbestand – schädlicher Störenfried, der durch Klimawandel noch gefördert wird, oder Chance für ein Waldmanagement mit hoher Artenvielfalt? Diese und viele weiteren Fragen sind Thema des Vortrags „Das Unerwartete erwarten“. (Foto: Prof. Dr. Rupert Seidl)

Borkenkäfernest mitten im dichten Waldbestand – schädlicher Störenfried, der durch Klimawandel noch gefördert wird, oder Chance für ein Waldmanagement mit hoher Artenvielfalt? Diese und viele weiteren Fragen sind Thema des Vortrags „Das Unerwartete erwarten“. (Foto: Prof. Dr. Rupert Seidl)

Vortrag von Prof. Dr. Rupert Seidl, Institut für Waldbau, Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien, am Donnerstag, den 6. November 2014 um 19.00 Uhr im Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald. Der Eintritt ist frei.

Beobachtungen in ganz Europa zeigen, dass Waldschäden durch natürliche Störungen wie Wind, Feuer und Borkenkäfer in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen haben. Darüber hinaus lassen Szenarien für die kommenden Jahrzehnte ein durch den Klimawandel bedingtes weiteres Ansteigen von Waldschäden erwarten: Simulationsergebnisse prognostizieren auf europäischer Ebene fast eine Million Kubikmeter Schadholz zusätzlich pro Jahr.

Derartige Entwicklungen haben stark negative Auswirkungen auf Ökosystemleistungen wie die Klimaschutzfunktion des Waldes durch Kohlenstoffspeicherung und können so den Klimawandel weiter verstärken. Sie bieten aber auch Chancen für eine Rückführung der Wälder hin zu mehr Naturnähe und biologischer Vielfalt. Für das Management von Waldökosystemen – sowohl in Schutzgebieten als auch im Wirtschaftswald – bedeuten diese Änderungen des Klima- und Störungsregimes generell steigende Unsicherheiten.

Wie kann bei dieser zunehmenden Unsicherheit eine nachhaltige Bereitstellung von gesellschaftlich nachgefragten Waldfunktionen sichergestellt und gleichzeitig die Integrität von Ökosystemen gewahrt werden? Ist der Nationalpark Bayerischer Wald bezüglich der Borkenkäferentwicklung der letzten Jahrzehnte ein extremer Ausreißer oder eine Modellregion für die aktuell stattfindenden und zukünftig erwarteten Änderungen in Europas Wäldern? Der Vortrag beleuchtet diese und weitere Fragen und präsentiert sowohl Szenarien zu möglichen zukünftigen Entwicklungen als auch Konzepte, um steigenden Unsicherheiten im Ökosystemmanagement zu begegnen.

Prof. Dr. Rupert Seidl forscht und lehrt seit 2012 am Institut für Waldbau der BOKU Wien, seit 2013 als Professor. Vor seiner Tätigkeit dort sammelte er umfangreiche internationale Forschungserfahrung, unter anderem an der Sveriges Lantbruksuniversitet in Schweden, der Oregon State University in den USA und am European Forest Institute in Finnland. Seine Forschungsinteressen umfassen Aspekte der Waldökosystemdynamik im generellen und die Rolle von Klima und Störungen in Waldökosystemen im speziellen. Ziel seiner Arbeit ist es, Erkenntnisse über Zusammenhänge der Waldökosystemdynamik – v.a. in Form von Simulationsmodellen – für Fragestellungen der nachhaltigen Waldbewirtschaftung nutzbar zu machen.

 

Gastgeber im Nationalpark Bayerischer Wald

„Als Mitbewohner und Landschaftsgestalter hoch willkommen“

Biber bauten Burg im Schwellhäusl-Teich

Die Biber zeigen sich offensichtlich wenig beeindruckt von der Nähe zu den vielen Besuchern, die besonders am Wochenende das Schwellhäusl aufsuchen.

Die Biber zeigen sich offensichtlich wenig beeindruckt von der Nähe zu den vielen Besuchern, die besonders am Wochenende das Schwellhäusl aufsuchen.

Neue Mitbewohner auf dem Schwellhäuslareal: Links neben der Biergartenterrasse hat ein Biberpärchen innerhalb weniger Wochen seine Biberburg errichtet.

Neue Mitbewohner auf dem Schwellhäuslareal: Links neben der Biergartenterrasse hat ein Biberpärchen innerhalb weniger Wochen seine Biberburg errichtet.

Schwellhäusl-Wirt Ludwig Lettenmaier ist ganz begeistert von seinen neuen Nachbarn und zeigt sie gerne jedem Interessierten.

Schwellhäusl-Wirt Ludwig Lettenmaier ist ganz begeistert von seinen neuen Nachbarn und zeigt sie gerne jedem Interessierten.

Seit wenigen Wochen haben die Lettenmaiers, die Wirtsleute des Schwellhäusls im Nationalpark bei Bayerisch Eisenstein, ganz besondere Nachbarn: Ein wildes Biberpärchen, vom Ludwig Lettenmaier liebevoll Fred und Wilma getauft, nutzten den vorhandenen Klausenteich, um direkt neben der Biergartenterrasse eine rund 2 Meter hohe Biberburg zu bauen. Der rege Besucherverkehr in dem beliebten Ausflugslokal beeinträchtigt die Tiere offensichtlich nicht, zumal sie vornehmlich in der Morgen- und Abenddämmerung aktiv sind.

„Wir kennen die beiden Biber, die hier bei uns im Deffernik-Tal aktiv sind, schon seit etwa zwei Jahren“, sagt Schwellhäusl-Wirt Lettenmaier. „Vor einiger Zeit haben sie schon einmal versucht, direkt unter unserer Biergartenterrasse zu bauen. Das konnten wir nicht erlauben, zumal dort der Platz für die Burg über kurz oder lang zu eng geworden wäre, und so haben wir diesen Bereich abgezäunt. Nun freuen wir uns aber riesig, dass die beiden sich nicht haben abschrecken lassen und ihre Burg gleich daneben gebaut haben. Solche wilden Gäste sind bei uns immer hoch willkommen!“

Obwohl die Biber fleißig ihrer Arbeit als Landschaftsgestalter nachkommen und dabei rings ums Schwellhäusl Bäume fällen, hat Ludwig Lettenmaier mit seinen neuen Nachbarn keinerlei Problem: „Es ist toll, wenn man die putzigen Tiere so hautnah bei ihrem natürlichen Verhalten beobachten kann“, schwärmt er begeistert. „Außerdem ist es ganz einfach, spezielle Bäume, die stehen bleiben sollen, mit einem Antibibergitter zu schützen.“

„Auch von unserer Seite begrüßen wir es, wenn Biber bei uns Reviere besetzen“, kommentiert Jochen Linner, Naturschutzbeauftragter des Nationalparks Bayerischer Wald, die neue Biberburg am Schwellhäusl. „Durch das Aufstauen von Fließgewässern und das Einbringen von Totholz tragen sie zur Entstehung wichtiger Sonderlebensräume im Nationalparkgebiet bei.“ Derzeit gibt es im Nationalpark Bayerischer Wald rund zehn von Biberfamilien besetzte Reviere, Tendenz steigend. „Seit der Biber vor gut vier Jahrzehnten wieder in Bayern eingebürgert wurde, hat er sich als robuster und flexibler Besiedler erwiesen, der nicht zu empfindlich auf sein Umfeld reagiert. Die Nachbarschaft zum belebten Schwellhäusl ist daher auch keine ganz überraschende Ausnahme“ so Linner.

Sollten dort doch einmal Biberdämme für unerwünschte Überflutungen sorgen oder angenagte Bäume die Wegesicherheit gefährden, lässt sich gemeinsam mit der für Bibermanagement zuständigen Naturschutzbehörde Regen und den in Biberfragen beratenden Nationalparkmitarbeitern meist schnell eine sowohl für Biber als auch Besucher verträgliche Lösung finden. Und so müssen sich Gäste, die auf der Speisekarte „Biber“ als Gericht finden, auch keine Sorgen machen: Hierbei handelt es sich nur um eine Hommage an die beiden neuen Schwellhäusl-Mitbewohner aus O’batzem mit Gurkenscheibe als Schwanz und Ohren aus Radieschen, nicht jedoch um Fred und Wilma.

Weitere Informationen: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/nationalpark/index.htm

Nationalpark Partner Schwellhäusl

Geschichten und Erinnerungen lebendig werden lassen – Erzählcafé zum Leben der Holzhauer im „Woid“

Der winterliche Schlittenzug zum Holztransport verlangte von den Holzhauern im unwegsamen Terrain des Bayerischen Waldes viel Geschick und Kraft. Wie sie dieses harte Leben bewältigten, ist Thema des kommenden Erzählcafés im Glasmuseum Frauenau. (NPV Bayerischer Wald)

Der winterliche Schlittenzug zum Holztransport verlangte von den Holzhauern im unwegsamen Terrain des Bayerischen Waldes viel Geschick und Kraft. Wie sie dieses harte Leben bewältigten, ist Thema des kommenden Erzählcafés im Glasmuseum Frauenau. (NPV Bayerischer Wald)

Am Sonntag, den 2. November 2014, laden der Nationalpark Bayerischer Wald und der Bayerischer Wald-Verein wieder zu einem der beliebten Erzählcafés ins Glasmuseum Frauenau ein, bei denen Zeitzeugen Erinnerungen an das frühere Leben und Arbeiten im „Woid“ lebendig werden lassen. Thema diesmal: Holzhauer und Schlittenzug. In lockerer Runde bei Kaffee und Kuchen sind alle Interessierten herzlich eingeladen, ihre Geschichten und Erinnerungen zu erzählen, auszutauschen oder einfach dabei zuzuhören.Mit altem Holzhauerwerkzeug, Fotos und kurzen Filmen werden die Erzählungen zusätzlich veranschaulicht. Beginn ist um 14.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Im Inneren Bayerischen Wald arbeiteten die Menschen früher – wenn nicht in den Glashütten – dann vor allem als Holzhauer. Auf mühsam angelegten Schlittenziehbahnen, mit speziellen Schlitten und vor allem mit viel Köperkraft und Können haben die Holzhauer das im Sommer vorbereitete Holz im Winter zu Tal befördert.

Ende der 1960er Jahre wurde der Schlittenzug in den Wäldern des heutigen Nationalparks eingestellt. Rückemaschinen übernahmen im Winter die Arbeit der Holzhauer, bis dann im Zuge der Gründung und Erweiterung des Nationalparks die Holznutzung mehr und mehr eingestellt wurde und sich seitdem in dem großen Schutzgebiet zwischen Falkenstein und Lusen die Natur in einer großen Vielfalt und Einzigartigkeit frei entwickelt.

Über Generationen wurde das Wissen und Können in den Holzhauerfamilien weitergegeben. Was früher für viele Familien der Nationalparkregion normaler Alltag war, ist heute kaum mehr vorstellbar. Mit dem Erzählcafé soll der Erinnerung an die Tradition der Holzhauer Raum gegeben und auch jüngeren Menschen ein lebendiger Blick in die Vergangenheit ermöglicht werden.

Urlaub beim Nationalpark Parter